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Airbus baut Vorsprung im Flugzeugmarkt aus

Boeings Krise und Lieferengpässe prägen den Wettbewerb der Branche

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Airbus baut Vorsprung im Flugzeugmarkt aus

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat seinen US-amerikanischen Konkurrenten Boeing in mehreren zentralen Kennzahlen deutlich übertroffen. Im vergangenen Jahr lieferte Airbus 766 Verkehrsflugzeuge aus, während Boeing nur auf 317 Auslieferungen kam. Dies zeigt die anhaltenden Schwierigkeiten des US-Herstellers, der seit den Abstürzen der 737-Max-Maschinen und den damit verbundenen Qualitätsproblemen in einer Krise steckt. Boeing steht weiterhin unter strenger Kontrolle der US-Luftfahrtaufsicht FAA und darf pro Monat nur 36 Jets des Typs 737 Max produzieren.

Die wirtschaftliche Lage von Boeing spiegelt die Herausforderungen wider. Mit Schulden in Höhe von 57,7 Milliarden US-Dollar und einem negativen Eigenkapital von 23,6 Milliarden US-Dollar ist die finanzielle Situation angespannt. Im Gegensatz dazu weist Airbus solide Finanzzahlen auf. Der europäische Konzern hat Verbindlichkeiten von 13,1 Milliarden Euro, die durch ein Eigenkapital von 19,1 Milliarden Euro ausgeglichen werden. Auch am Aktienmarkt zeigt sich der Unterschied deutlich: Während die Boeing-Aktie 2024 rund 30 Prozent an Wert verlor, legte die Airbus-Aktie um etwa zehn Prozent zu.

Trotz dieser Erfolge ist die Position von Airbus nicht ohne Risiken. Der Konzern verfolgt ebenfalls Aktienrückkäufe, ein Ansatz, der bei Boeing in der Vergangenheit zu einer Vernachlässigung von Investitionen geführt hat. Airbus plant derzeit jedoch nur begrenzte Rückkäufe, mit einem Volumen von unter einer Milliarde Euro. Dennoch warnen Experten, dass auch Airbus Gefahr laufen könnte, die Interessen der Aktionäre überzubewerten.

Ein weiterer kritischer Punkt ist die Innovationskraft. Airbus profitiert momentan von einem quasi-monopolistischen Status im Kurz- und Mittelstreckenbereich, was laut Experten wie Michael Santo von der H&Z Unternehmensberatung die Innovationsdynamik in der Branche schwächt. Der Druck, neue Flugzeugmodelle zu entwickeln, bleibt jedoch bestehen. Insbesondere die Frage nach einem Nachfolger für die A320-Familie wird immer drängender. Zwar arbeitet Airbus an zukunftsweisenden Konzepten wie einem Wasserstoffantrieb oder einem Nurflügler, doch der Zeitpunkt der Marktreife ist ungewiss.

Gleichzeitig kämpft Airbus mit ähnlichen Herausforderungen wie Boeing, insbesondere Engpässen in der Lieferkette. Das Ziel, die Produktion des Modells A320 auf 75 Maschinen pro Monat zu steigern, wurde auf 2027 verschoben. Laut dem Luftfahrtexperten Scott Hamilton ist die Produktionssteigerung entscheidend, um die hohe Nachfrage zu bedienen und die Probleme von Boeing weiter auszunutzen. Doch auch dies bindet Kapazitäten, die andernorts fehlen könnten, etwa bei der Entwicklung neuer Flugzeugmodelle.

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