Air China ordert 60 A320neo bei Airbus
Großauftrag über 9,5 Milliarden Dollar stärkt Airbus-Position in China

Die chinesische Fluggesellschaft Air China hat den Abschluss eines umfangreichen Flugzeugkaufs bekannt gegeben. Das Unternehmen teilte mit, dass es gemeinsam mit einer Tochtergesellschaft eine Vereinbarung mit dem europäischen Flugzeughersteller Airbus unterzeichnet hat. Gegenstand des Vertrags ist der Erwerb von insgesamt 60 Flugzeugen des Typs A320neo. Der Wert der Bestellung beläuft sich nach Listenpreisen auf rund 9,5 Milliarden US-Dollar. Die Mitteilung wurde über die Börse in Shanghai veröffentlicht und reiht sich in mehrere jüngste Ankündigungen chinesischer Airlines ein.
Der Auftrag ist Teil einer Serie von Bestellungen auf dem chinesischen Luftfahrtmarkt, der als zweitgrößter der Welt gilt. In den vergangenen Tagen hatten auch andere Gesellschaften wie Spring Airlines und Juneyao Airlines ihre Absicht erklärt, neue Flugzeuge bei Airbus zu erwerben. Diese Entwicklungen unterstreichen die anhaltend hohe Nachfrage nach Mittelstreckenjets in China, insbesondere nach modernen, treibstoffeffizienten Modellen.
Nach Angaben von Air China sollen die neu bestellten Maschinen in mehreren Tranchen ausgeliefert werden. Die Übergabe der Flugzeuge ist für den Zeitraum zwischen 2028 und 2032 vorgesehen. Damit plant die Fluggesellschaft langfristig und richtet ihre Flottenstrategie auf die kommenden Jahre aus. Die A320neo-Familie gilt als eines der meistverkauften Programme von Airbus und wird von vielen Airlines zur Modernisierung bestehender Flotten eingesetzt.
Airbus äußerte sich positiv zu der Entscheidung seines langjährigen Kunden. Der Konzern erklärte, man freue sich über das erneute Vertrauen von Air China in die Flugzeuge der A320-Familie. Für den Hersteller stellt der Auftrag einen weiteren wichtigen Beitrag zur Stabilisierung des Auftragsbestands dar, insbesondere vor dem Hintergrund eines intensiven Wettbewerbs im globalen Flugzeugmarkt.
Nach Einschätzung des unabhängigen Luftfahrtanalysten Li Hanming steht der Kauf im Zusammenhang mit einer bereits im Jahr 2022 geschlossenen Rahmenvereinbarung zwischen der staatlichen China Aviation Supplies Holding Company und Airbus. Diese Vereinbarung umfasste insgesamt 132 Flugzeuge der A320-Familie sowie acht Großraumflugzeuge des Typs A350 mit einem Gesamtwert von rund 17 Milliarden US-Dollar. Einzelverträge würden häufig zeitlich versetzt abgeschlossen, da die Verhandlungen komplex seien.
Beobachter verweisen zudem auf die geopolitischen Rahmenbedingungen. Anhaltende Spannungen zwischen China und den Vereinigten Staaten haben es dem US-Hersteller Boeing erschwert, neue Aufträge in China zu gewinnen. Davon profitiert Airbus, das seine Position auf dem chinesischen Markt weiter ausbauen kann.
