ADM zahlt 40 Millionen Dollar wegen Bilanzbetrugs
Der US-Agrarriese Archer Daniels Midland (ADM) zahlt 40 Millionen Dollar zur Beilegung von SEC-Vorwürfen wegen Bilanzmanipulation. Der Skandal führte zum Abgang mehrerer Führungskräfte.

Archer Daniels Midland (ADM) hat sich mit der US-Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich über 40 Millionen Dollar geeinigt. Die Behörde wirft dem Agrarkonzern vor, Investoren durch künstlich aufgeblähte Gewinne in der Ernährungssparte getäuscht zu haben. Das Unternehmen legte die Vorwürfe bei, ohne ein Fehlverhalten zuzugeben oder abzustreiten.
Der Fall betrifft die Jahre 2021 und 2022, als der damalige Finanzvorstand Vikram Luthar Bilanzanpassungen angeordnet haben soll. Dabei wurden laut SEC Gewinne aus anderen Geschäftsbereichen in die Ernährungssparte verschoben, die das Management als "Motor für zukünftiges Wachstum" beworben hatte.
Massive Kursverluste nach Bekanntwerden
Als ADM die interne Untersuchung zu den Bilanzierungspraktiken offenlegte, brach die Aktie um 24 Prozent ein. Der Skandal führte zum Abgang mehrerer Führungskräfte und beschädigte das Vertrauen der Anleger nachhaltig. Die Staatsanwaltschaft hat ihre strafrechtliche Untersuchung mittlerweile ohne Anklageerhebung abgeschlossen.
Ex-CFO persönlich belangt
Die SEC verklagte den ehemaligen Finanzchef Luthar separat vor einem Bundesgericht in Chicago. Die Behörde wirft ihm vor, den Betrug geleitet und davon persönlich profitiert zu haben. Luthar verkaufte ADM-Aktien im Wert von über 1,8 Millionen Dollar, während der Kurs durch die irreführenden Zahlen künstlich erhöht war.
Die Kommission fordert von Luthar die Rückzahlung seiner finanziellen Gewinne sowie eine Geldstrafe. Zudem soll ihm untersagt werden, künftig als Vorstandsmitglied oder Direktor eines börsennotierten Unternehmens tätig zu sein.
Konzern will Vertrauen zurückgewinnen
"Wir sind froh, diese Angelegenheiten hinter uns zu lassen", erklärte ADM-Chef Juan Luciano. Das Unternehmen betonte sein Bekenntnis zu Transparenz und Integrität. Für die Aktionäre bleibt der Fall ein kostspieliges Lehrstück über die Folgen von Bilanzmanipulation.
Archer Daniels Midland ist einer der weltweit größten Verarbeiter von Agrarprodukten und beschäftigt über 40.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 100 Milliarden Dollar.
