Adani-Aktien stürzen ab: SEC fordert Befragung wegen Betrugs
Die Aktien der Adani Group brachen am Freitag um bis zu 14% ein, nachdem die US-Börsenaufsicht SEC die Vorladung von Gründer Gautam Adani und seinem Neffen wegen Bestechungs- und Betrugsvorwürfen beantragte.

Die Unternehmen des indischen Adani-Konzerns erlebten am Freitag massive Kursverluste zwischen 5 und 13 Prozent. Auslöser waren Gerichtsunterlagen, die zeigen, dass die US-Börsenaufsicht SEC den Milliardär Gautam Adani und seinen Neffen Sagar Adani wegen schwerer Vorwürfe vorladen will.
Massive Kurseinbrüche bei Adani-Aktien
Adani Green Energy verlor fast 14 Prozent, während das Flaggschiff Adani Enterprises um 10,7 Prozent einbrach. Die Aktien von Adani Power gaben 5,7 Prozent nach. Die SEC hat sich an den US-Bezirksrichter Nicholas Garaufis in Brooklyn gewandt, um die Erlaubnis für die Zustellung der Vorladungen zu erhalten.
Vorwürfe eines milliardenschweren Betrugssystems
Gautam Adani, einer der reichsten Menschen der Welt, wurde bereits im November 2024 zusammen mit sieben weiteren Personen vor einem Bundesgericht in New York angeklagt. Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Führungskräfte sollen US-amerikanische und internationale Investoren über die Einhaltung von Anti-Korruptions-Praktiken getäuscht haben, während sie über 3 Milliarden Dollar an Kapital einsammelten.
250 Millionen Dollar Bestechungsgelder
Laut Anklage sollen Adani und weitere Angeklagte indischen Regierungsbeamten mehr als 250 Millionen Dollar an Bestechungsgeldern gezahlt haben. Ziel war es, lukrative Solarenergie-Lieferverträge zu erhalten, die Gewinne von über 2 Milliarden Dollar einbrachten.
Indien verweigert Zustellung
Das indische Ministerium für Recht und Justiz hat sich im vergangenen Jahr zweimal geweigert, die Vorladungen gemäß dem Haager Übereinkommen an die beiden Adani-Führungskräfte zuzustellen. Laut SEC deutete das Ministerium an, dass die US-Behörde nicht befugt sei, sich auf das internationale Abkommen zu berufen.
Die Adani Group und die SEC haben bislang keine Stellungnahme zu den aktuellen Entwicklungen abgegeben. Für Investoren bedeutet der Fall eine erhebliche Unsicherheit bei einem der größten indischen Konzerne.
