33 Jahre Börsengeschichte: So profitieren Anleger auch im Crash
Der SPDR S&P 500 ETF existiert seit 1993 – seine Historie zeigt, warum langfristiges Investieren trotz Krisen funktioniert.

Der SPDR S&P 500 ETF (Ticker: SPY) wurde am 22. Januar 1993 aufgelegt und ist damit der erste börsengehandelte Fonds seiner Art. Während das Jahr 2026 seinem Ende entgegengeht, blickt dieser ETF auf rund 33 Jahre Geschichte zurück. In dieser Zeit hat sich viel ereignet – und genau diese Historie liefert Anlegern eine der wichtigsten Lehren des Investierens überhaupt.
Der Fonds bildet den S&P-500-Index ab, der sich zur de-facto-Maßzahl für die Entwicklung des „Marktes" entwickelt hat. Es handelt sich um eine von einem Gremium erstellte Liste von rund 500 Aktien, die repräsentativ für die US-Wirtschaft sein sollen. Die im Index enthaltenen Werte sind marktkapitalisierungsgewichtet, sodass die größten Unternehmen den stärksten Einfluss auf die Performance haben – ein Prinzip, das in etwa der Funktionsweise der realen Wirtschaft ähnelt.
Im Kern ist die Geschichte des SPDR S&P 500 ETF die Geschichte des Marktes selbst. Seit seiner Gründung durchlief der Fonds mehrere bemerkenswerte Bärenmärkte, darunter das Platzen der Dotcom-Blase, die Große Rezession und den Bärenmarkt während der Coronavirus-Pandemie. Die zentrale Erkenntnis: Diese Talfahrten waren hart zu verkraften, doch der ETF erholte sich nach jeder einzelnen davon und erreichte schließlich neue Höchststände.
Die Details
Der Blick auf die konkreten Daten macht das Muster deutlich. Der SPDR S&P 500 ETF wurde am 22. Januar 1993 aufgelegt und ist damit rund 33 Jahre alt. Er war der erste Exchange-Traded Fund seiner Art und bildet bis heute den S&P-500-Index ab, der rund 500 Aktien umfasst.
Zu den prägenden Abschwungphasen in dieser Zeit zählen drei große Bärenmärkte: das Platzen der Dotcom-Blase, die Große Rezession und der Einbruch während der Coronavirus-Pandemie. In jedem dieser Fälle folgte auf den Rückgang eine Erholung, die den Fonds letztlich auf neue Höchststände führte.
Betrachtet man die Kursentwicklung über die gesamten 33 Jahre, so erscheinen das Platzen der Dotcom-Blase und die Große Rezession heute lediglich als kleine Ausschläge – obwohl sie zu ihrer Zeit tiefe Drawdowns darstellten. Geht man noch weiter zurück und betrachtet ausschließlich die Performance des Index – da vor 1993 kein ETF ihn abbildete –, fallen diese Bärenmärkte noch weniger ins Gewicht. Und die vielen Bärenmärkte, die ihnen vorausgingen, sind noch einmal deutlich weniger auffällig.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuelle Diskussion um mögliche Rückschläge ist nicht neu. Bereits am 04.10.2026 berichtete aktien.news, dass die wachsende Sorge vor einem möglichen Börsencrash einen klaren Auslöser habe: Die sich aufbauende Künstliche-Intelligenz-Blase habe den Markt zurück auf Bewertungsniveaus geführt, die zuletzt vor dem Platzen der Dotcom-Blase gesehen wurden. Der Bericht verwies darauf, dass Anleger, die erst in den vergangenen Jahren eingestiegen sind, womöglich noch nie einen wirklich tiefen und lang anhaltenden Bärenmarkt erlebt hätten – und dass der Blick auf die Geschichte gute Gründe für Gelassenheit liefere.
Schon am 28.05.2026 hatte aktien.news im Zusammenhang mit dem Vanguard S&P 500 ETF die Frage aufgeworfen, ob ein Einstieg auf Rekordniveau sinnvoll sei. Der S&P 500 befand sich damals auf einem Rekordhoch und hatte sich von einem Rücksetzer zu Beginn des Jahres eindrucksvoll erholt. Der Bericht betonte die breite Diversifikation des Index über Branchen von Künstlicher Intelligenz über Technologie bis hin zu Finanzdienstleistungen – verwies aber auch auf Risiken, die Anleger kennen sollten.
Am 11.06.2026 griff aktien.news das Thema erneut auf: Viele Anleger zögerten, wenn der S&P 500 auf Rekordniveau notiere, weil sie den denkbar schlechtesten Einstiegszeitpunkt fürchteten. Der Bericht hielt fest, dass auf Allzeithochs häufig weitere Rekordmarken folgen und wer auf einen Rücksetzer warte, oft weitere Kursgewinne verpasse. Besonders aufschlussreich sei der Blick auf die schwersten Bärenmärkte dieses Jahrhunderts – selbst wer zum absoluten Höhepunkt kurz vor dem größten Kurseinbruch eingestiegen sei, habe langfristig profitiert.
Am 12.09.2026 berichtete aktien.news schließlich von einer heiklen Marktlage. Die wichtigsten Indizes wie der S&P 500, der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq Composite hatten zu Beginn des Jahres noch Allzeithochs erreicht, doch der Gegenwind nahm zu: Die Ölpreise kletterten auf mehr als 100 Dollar pro Barrel, Zollstreitigkeiten verursachten erneut Chaos, und eine Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve wurde immer wahrscheinlicher. Der Bericht stellte fest, dass ein Bärenmarkt irgendwann unumgänglich sei – und dass Jahrzehnte voller Börsengeschichte belegen, dass bereits eine einzige Maßnahme Investitionen schützen könne.
Was das für Anleger bedeutet
Die wichtigste Erkenntnis aus 33 Jahren oder sogar längerer Historie des S&P-500-Index lautet, dass Anleger ihren Fokus auf einen langfristigen Kauf-und-Halten-Ansatz legen sollten. Selbst wer unmittelbar vor der Großen Rezession oder der Dotcom-Blase gekauft hätte, hätte mit reinem Buy-and-Hold eine starke Kapitalwertsteigerung erzielt.
Noch vorteilhafter wäre es gewesen, regelmäßig Anteile auch während eines Talfalls zu kaufen. Dieses Vorgehen wird als Cost-Average-Effekt bezeichnet: Anleger erwerben mehr Anteile bei niedrigen Preisen und weniger Anteile bei hohen Preisen. Mit der Zeit führt dies in der Regel zu einem niedrigeren durchschnittlichen Anschaffungspreis, was die langfristige Rendite verbessert.
Was Anleger eindeutig vermeiden sollten, ist Panik und der Verkauf aus Angst heraus. Die Geschichte zeigt klar, dass jedem Bärenmarkt irgendwann ein Bullenmarkt folgt. Die Kontrolle der eigenen Emotionen ist damit eine weitere, nicht zu unterschätzende Lektion. Für deutsche Privatanleger, die über einen Sparplan oder einen Einmalkauf in einen S&P-500-ETF investieren, bedeutet das: Kurzfristige Schwankungen gehören zum Investieren dazu und sind kein Grund, die Strategie über den Haufen zu werfen.
Ausblick
Die vergangenen 33 Jahre und die Zeit davor machen deutlich, dass Bärenmärkte ein normaler Bestandteil des Investierens sind. Wer dies akzeptiert und an einem langfristigen Anlageplan festhält – selbst wenn dieser so einfach ist wie der Kauf und das Halten des SPDR S&P 500 ETF –, wird früher oder später einen Bärenmarkt erleben. Er wird die Nerven belasten, doch wer an seinem langfristigen Plan festhält und nicht der Angst vor tiefen Markteinbrüchen nachgibt, ist nach Einschätzung der Quelle gut beraten.
Kurz erklärt
- Bärenmarkt: Eine länger anhaltende Phase fallender Kurse an den Aktienmärkten.
- Bullenmarkt: Eine länger anhaltende Phase steigender Kurse an den Aktienmärkten.
- Cost-Average-Effekt: Eine Anlagestrategie, bei der regelmäßig gleichbleibende Beträge investiert werden, sodass man bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile erwirbt.
- Marktkapitalisierungsgewichtet: Ein Gewichtungsverfahren, bei dem Unternehmen mit höherem Börsenwert einen größeren Anteil am Index erhalten.
