ANZEIGE

13F-Berichte: Institutionelle Investoren werden bei Tech-Favoriten vorsichtiger

Pensionsfonds und Hedgefonds reduzierten im zweiten Quartal leicht ihre Positionen bei KI-, Halbleiter- und Megacap-Tech-Werten.

• 3 Min
13F-Berichte: Institutionelle Investoren werden bei Tech-Favoriten vorsichtiger

Eine umfassende Reuters-Analyse der vierteljährlichen 13F-Berichte von 6.371 institutionellen Anlegern zeigt: Im zweiten Quartal 2024 haben sich Pensionsfonds, Hedgefonds und Vermögensverwalter leicht aus zentralen Marktsegmenten zurückgezogen. Betroffen sind vor allem Halbleiter, KI-Infrastruktur und Megacap-Technologieunternehmen. Große, einseitige Wetten blieben dabei die Ausnahme.

Die Daten, die auf den bis Freitagmittag bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Meldungen basieren, beziehen sich auf das Quartal bis zum 30. Juni. Anleger sind gesetzlich nicht verpflichtet, die Gründe für ihre Positionsänderungen offenzulegen. Die Zahlen liefern dennoch aufschlussreiche Einblicke in das Verhalten großer Marktteilnehmer.

Magnificent Seven: Leichtes Übergewicht bei Verkäufern

Besonders aufschlussreich sind die Daten zur Gruppe der sogenannten „Magnificent Seven" – jenen Megacap-Tech-Konzernen wie Microsoft und Meta Platforms, die den jüngsten Bullenmarkt maßgeblich angetrieben haben. Fast 44% der untersuchten Meldepflichtigen reduzierten ihre Bestände in dieser Gruppe, während 42% ihre Positionen neu aufbauten oder erweiterten. Der Rest meldete keine Änderungen.

„Wenn Käufe und Verkäufe so nah beieinander liegen, signalisiert das für uns das Fehlen eines Konsenses", erklärte Shaia Hosseinzadeh, Gründer des Hedgefonds OnyxPoint Global Management. Er betonte, dass zwar niemand das Ausmaß der KI-Investitionsausgaben bestreite, jedoch Uneinigkeit darüber herrsche, welche Unternehmen letztlich davon profitieren werden – und genau das schaffe Unsicherheit.

Steve Sosnick, Marktstratege bei Interactive Brokers, liefert eine weitere Erklärung für das vorsichtige Verhalten: „Was man hier möglicherweise sieht, ist, dass einige dieser großen Firmen angesichts ihrer Risikoparameter oder Anlagerichtlinien bereits so stark investiert sind, wie sie es sein wollen oder sollten." Er ergänzte, dies könnte auch erklären, warum manche Unternehmen trotz guter Quartalsergebnisse anschließend Kursverluste hinnehmen mussten – weil die Großaktionäre ihre Positionen schlicht nicht weiter aufstocken konnten.

Tiger Global reduziert bei Nvidia, Microsoft und Meta

Mindestens ein vielbeachteter Hedgefonds machte konkrete Schritte in diese Richtung: Tiger Global Management gab bekannt, seine Beteiligungen an mehreren Unternehmen der „Magnificent Seven" reduziert zu haben, darunter Microsoft, Nvidia und Meta. Zudem verringerte der Fonds sein Engagement bei Alphabet um 45,4% auf 5,8 Millionen Aktien. Auch bei Taiwan Semiconductor baute Tiger Global Positionen ab – ebenso wie die japanische SoftBank Group. Im Gegenzug stockte Tiger seine Position bei Intel auf.

Diese Umschichtungen könnten einige Hedgefonds im Juli teuer zu stehen gekommen sein. Laut einer JPMorgan-Mitteilung, die Reuters vorliegt, führte die Auflösung technologieorientierter Trades zu erheblichen Belastungen bei den Renditen. Überfüllte Wetten auf Technologiewerte erschwerten es Hedgefonds und anderen Spekulanten, ihre Gewinne beim Ausstieg aus Positionen zu realisieren.

KI-Themenaktien: Vom Wachstumstrend zum Momentum-Trade

Trotz der allgemeinen Vorsicht zeigten institutionelle Anleger im zweiten Quartal eine Neigung zum Aufbau von Positionen in KI-Themenaktien. 36% aller bisher meldenden Institutionen gaben an, Nettokäufer von Unternehmen wie CoreWeave, Arista Networks und Broadcom zu sein.

Bruno Schneller, geschäftsführender Gesellschafter beim Multi-Family-Office Erlen Capital Management, beschreibt die Entwicklung treffend: KI-bezogene Aktien – von Speicherchips bis hin zu Rechenzentren – hätten sich im zweiten Quartal „von einer fundamentalen Wachstumsstory zu einem hochgehebelten Momentum-Trade" entwickelt. Der Ausverkauf vieler dieser Titel im Juli sei „weniger eine Ablehnung der langfristigen KI-These als vielmehr eine klassische Auflösung überfüllter Trades, die durch Hebelwirkung und unzureichende Risikokontrollen verstärkt wurde."

Bei Halbleiterwerten zeigten institutionelle Anleger zum Ende des zweiten Quartals noch eine bullishe Tendenz: 48% der meldenden Fonds waren Nettokäufer, nur 34,5% Nettoverkäufer. Bei einer Gruppe von 20 großen Softwareunternehmen – darunter Adobe und Datadog – war das Bild ausgeglichener: 28,2% waren Nettoverkäufer, 26,3% Nettokäufer.

Energie und Rechenzentren: Institutionelle Zurückhaltung

Trotz gestiegener Rohölpreise im zweiten Quartal zeigte sich bei Energiewerten wenig institutionelles Kaufinteresse: 40,3% der Anleger meldeten Nettoverkäufe bei einer Gruppe großer Energieunternehmen, während nur 28% als Nettokäufer auftraten. OnyxPoint bildete hier eine Ausnahme und baute neue Positionen in BP, Devon Energy sowie dem Geothermie-Anbieter Fervo Energy auf. Zudem stieg der Fonds bei Keel Infrastructure, einem Rechenzentrumsunternehmen, ein.

Bei Rechenzentren insgesamt hielten sich institutionelle Anleger ebenfalls zurück: Nettokäufer und -verkäufer hielten sich mit jeweils 24,3% aller eingereichten Berichte nahezu die Waage – ein weiteres Zeichen für die abwartende Haltung großer Investoren in einem Marktumfeld, das von Unsicherheit über die Gewinner der KI-Revolution geprägt ist.

13F BerichteInstitutionelle InvestorenMagnificent SevenKi AktienHalbleiter AktienTiger GlobalHedgefonds Tech

Meistgelesene News

  1. Börsenkorrektur kommt unweigerlich: So bereiten sich Anleger richtig vor
  2. Pieper sieht veränderte Marktstruktur als Treiber heftiger Kursausschläge
  3. KI nur für Top-Mitarbeiter: Paysend-CEO setzt auf Leistungsnachweis
  4. Iran-Krieg: Hubschrauberabsturz tötet zwei Soldaten, Tankerangriffe bedrohen Hormuz
  5. Iran bietet Öffnung der Straße von Hormus an: Spannungen eskalieren

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.