Yen-Schwäche belebt japanische Märkte
Technologiewerte profitieren – Anleger setzen auf lockere Geldpolitik der BoJ

Die Aussicht auf eine weiterhin lockere Geldpolitik der Bank of Japan (BoJ) und der schwächere Yen haben Anleger dazu veranlasst, verstärkt in japanische Aktien zu investieren. Der Nikkei-Index, der 225 Werte umfasst, stieg in Tokio um 2,2 Prozent und erreichte 38.655,03 Punkte. Auch der breiter gefasste Topix legte um 1,4 Prozent auf 2690,18 Punkte zu. Diese Entwicklung wurde durch die jüngsten Äußerungen von Ministerpräsident Shigeru Ishiba beeinflusst, der erklärte, dass Japan noch nicht bereit sei für weitere Zinserhöhungen.
Einige prominente japanische Unternehmen verzeichneten Kursgewinne. So stieg der Aktienkurs von Sony Group um 1,5 Prozent und Toyota Motor legte um 2,1 Prozent zu. Auch Technologiewerte folgten dem positiven Trend und profitierten zusätzlich von den Entwicklungen an der Wall Street. Die Aktien von Tokyo Electron, einem Chip-Hersteller, kletterten um 3,3 Prozent, und der Testgeräte-Hersteller Advantest legte um 4,1 Prozent zu. Der Start-up-Investor SoftBank Group, der sich auf Künstliche Intelligenz spezialisiert hat, verzeichnete einen Kurszuwachs von knapp drei Prozent. Der Finanzdienstleister Nomura Securities, vertreten durch Maki Sawada, kommentierte die aktuelle Lage mit einem Hinweis auf die Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Wirtschaftspolitik der neuen Regierung. Diese könnten den Aktienmarkt vorübergehend belasten, auch wenn der schwächere Yen aktuell eine Stütze sei. Die Börse Shanghai bleibt wegen der Feiertage der „Goldenen Woche“ bis einschließlich Freitag geschlossen.
Im asiatischen Devisenhandel zeigte sich der Dollar stärker und gewann 0,3 Prozent gegenüber dem Yen, notierte bei 146,85 Yen. Typischerweise beeinflussen sich die japanische Währung und der Aktienmarkt in entgegengesetzte Richtungen, da ein stärkerer Yen die Wettbewerbsfähigkeit japanischer Exporteure beeinträchtigt. Der Analyst Tony Sycamore vom Broker IG wies darauf hin, dass der Dollar/Yen-Kurs derzeit von der US-Seite beeinflusst werde. Sollten die guten US-Arbeitsmarktdaten der Woche durch die am Freitag erwarteten Daten zur Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft bestätigt werden, könnte der Dollar/Yen-Kurs weiter in Richtung 149,40 steigen – ein Niveau, das bereits Mitte August erreicht wurde.
Gegenüber dem Schweizer Franken stieg der Dollar leicht auf 0,8503 Franken an. Der Euro hingegen blieb nahezu unverändert und notierte bei 1,1036 Dollar.
