Workday-Aktie bricht nach schwacher Umsatzprognose um 10% ein
Der HR-Softwarekonzern enttäuscht mit seinem Ausblick und verzeichnet den schlechtesten Jahresstart seit dem Börsengang 2012.

Die Aktie von Workday ist am Dienstag im nachbörslichen Handel um rund 10% eingebrochen. Auslöser war eine schwächer als erwartete Umsatzprognose des US-amerikanischen Anbieters von Personal- und Finanzsoftware. Damit setzt sich die Talfahrt der Aktie fort, die im bisherigen Jahr 2026 bereits 39% an Wert verloren hat – der stärkste Rückgang seit dem Börsengang 2012.
Im vierten Geschäftsquartal, das am 31. Januar endete, legte Workday solide Zahlen vor. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 14,5%, der Nettogewinn kletterte von 94 Millionen Dollar (35 Cent je Aktie) auf 145 Millionen Dollar (55 Cent je Aktie). Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen des Finanzdatendienstleisters LSEG beim Gewinn.
Ausblick verfehlt Analystenerwartungen
Für das laufende erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet Workday einen Abonnementumsatz von 2,335 Milliarden Dollar sowie eine bereinigte operative Marge von 30,5%. Analysten von StreetAccount hatten hingegen mit 2,35 Milliarden Dollar Umsatz und einer Marge von 30,9% gerechnet. Diese Abweichung, obwohl auf den ersten Blick gering, reichte aus, um Investoren zu verschrecken.
Auch der Jahresausblick blieb hinter den Hoffnungen zurück. Für das Gesamtjahr 2027 prognostiziert Workday einen Abonnementumsatz zwischen 9,93 und 9,95 Milliarden Dollar – ein Wachstum von 12% bis 13%. Die bereinigte operative Marge soll bei 30% liegen. Wachstumsinvestoren, die auf höhere Zuwachsraten gehofft hatten, zeigten sich enttäuscht.
Chief Commercial Officer Rob Enslin erklärte, dass einige Abschlüsse mit großen Neukunden – insbesondere im öffentlichen Sektor und im Gesundheitswesen – mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant. Dies belastet kurzfristig die Umsatzentwicklung.
KI-Strategie und Führungswechsel im Fokus
Im Hintergrund steht ein bedeutender Führungswechsel: Erst am 9. Februar gab Workday bekannt, dass CEO Carl Eschenbach nach drei Jahren zurücktritt. Mitbegründer Aneel Bhusri übernimmt erneut das Steuer. Investoren bewerten solche Wechsel an der Unternehmensspitze oft als Unsicherheitsfaktor.
Zugleich treibt Workday seine KI-Strategie voran. Der annualisierte Umsatz mit KI-Produkten übersteigt inzwischen 400 Millionen Dollar. Das Unternehmen hat sein Portfolio um generative KI-Funktionen erweitert und zuletzt das Startup Pipedream übernommen, das Tools zur Anbindung von KI-Agenten an externe Dienste entwickelt. Außerdem kündigte Workday einen KI-Agenten zur Bearbeitung von Schichtänderungsanfragen an.
Die Sorgen der Anleger gehen jedoch tiefer. In den vergangenen Wochen wächst die Befürchtung, dass KI-Modelle das Wachstum etablierter Softwarekonzerne langfristig bremsen könnten. Workday steht damit stellvertretend für eine Branche, die ihren Platz in einer zunehmend KI-getriebenen Softwarewelt neu definieren muss.
