Wiedeking drängt auf drastische Maßnahmen bei VW
Optimismus über Zukunft trotz notwendiger Umstrukturierungen und Effizienzsteigerungen

Volkswagen sieht sich nach Einschätzung des ehemaligen Porsche-Chefs und VW-Aufsichtsrats Wendelin Wiedeking harten Einschnitten gegenüber. Wiedeking erklärte, dass der Konzern in Deutschland eine umfassende „Rosskur“ benötige, um die Effizienz zu steigern. Er kritisierte, dass die Effizienz in den heimischen Werken im Vergleich zu anderen Standorten, auch innerhalb des Volkswagen-Konzerns, erheblich schlechter sei. Wiedeking wies darauf hin, dass in den deutschen Werken seit jeher zu viele Mitarbeiter beschäftigt gewesen seien. Daher bleibe dem aktuellen VW-Vorstandsvorsitzenden Oliver Blume nichts anderes übrig, als einen rigorosen Sanierungskurs einzuschlagen.
Wiedeking, der von 1991 bis 2009 Porsche leitete und den Konzern erfolgreich sanierte, betonte, dass die Probleme bei VW seit Jahren bekannt seien. Er machte deutlich, dass Blume nun die Aufgabe habe, die Missstände zu beheben, die bereits seit der Ära von Martin Winterkorn bestanden hätten. Trotz der Herausforderungen sei Wiedeking zuversichtlich, dass Blume als Vorstandsvorsitzender die nötigen Maßnahmen ergreifen werde, um den Konzern wieder auf Kurs zu bringen. Er lobte Blume dafür, dass er offen die notwendigen Schritte anspreche.
Der ehemalige Porsche-Chef forderte zudem neue Strukturen und eine erhöhte Effizienz in allen Standorten des Konzerns. Dies schließe auch den Standort Wolfsburg mit ein. Wiedeking betonte, dass die Veränderung dringend erforderlich sei und nun darauf ankomme, diese in einem angemessenen Zeitrahmen umzusetzen. Trotz der schwierigen Situation zeigte sich Wiedeking optimistisch hinsichtlich der Zukunft von VW. Er wies darauf hin, dass VW über eine bedeutende Geschichte verfüge und das Unternehmen auch in der Lage sei, zukunftsfähig zu bleiben.
Volkswagen hatte vor kurzem verschärfte Sparmaßnahmen angekündigt, die eine grundlegende Umstrukturierung des Unternehmens nach sich ziehen könnten. Dazu gehört die Aufkündigung der seit drei Jahrzehnten bestehenden Beschäftigungssicherung und die mögliche Schließung von Fahrzeug- und Komponentenwerken in Deutschland. In Deutschland betreibt VW derzeit elf Produktionsstandorte mit etwa 120.000 Beschäftigten.
