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Waymo ruft 3.900 Robotaxis nach Baustellen-Vorfällen zurück

Der Alphabet-Ableger Waymo reagiert mit einem freiwilligen Software-Rückruf auf 13 bekannte Vorfälle in Autobahnbaustellen.

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Waymo ruft 3.900 Robotaxis nach Baustellen-Vorfällen zurück

Waymo, die Robotaxi-Tochter des Google-Mutterkonzerns Alphabet, ruft in den USA knapp 3.900 autonome Fahrzeuge zurück. Grund ist ein Softwarefehler, der dazu führte, dass Fahrzeuge in gesperrte Baustellenbereiche auf Autobahnen fuhren. Dies geht aus Unterlagen hervor, die am Donnerstag auf der Website der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) veröffentlicht wurden.

Insgesamt 13 bekannte Vorfälle lösten den Rückruf aus. Dabei fuhren Waymo-Robotaxis in Baustellenbereiche auf Autobahnen in Phoenix (Arizona) oder gerieten in San Francisco auf Fahrspuren mit aktiven Bauarbeiten. In seinem Schreiben an die Behörde wies Waymo darauf hin, dass „das Durchfahren einer gesperrten Baustelle das Unfallrisiko erhöht". Der Rückruf betrifft Fahrzeuge, die das automatisierte Fahrsystem der fünften Generation des Unternehmens nutzen.

Zweiter Rückruf innerhalb von gut einem Monat

Es handelt sich bereits um den zweiten freiwilligen Rückruf von Waymo innerhalb von etwas mehr als einem Monat. Bereits im Mai hatte das Unternehmen einen Rückruf veranlasst, nachdem einige Robotaxis in überschwemmte Gebiete oder stehendes Wasser gefahren waren. Die Häufung solcher Vorfälle wirft Fragen zur Zuverlässigkeit der Technologie auf, auch wenn Waymo stets proaktiv auf die Probleme reagiert.

Als Sofortmaßnahme hat Waymo die Verfügbarkeit seiner Robotaxis für die Nutzung auf Autobahnen eingeschränkt. Zuvor beförderte das Unternehmen Fahrgäste auf Autobahnen in San Francisco, Los Angeles, Phoenix und Miami. Parallel dazu arbeitet Waymo nach eigenen Angaben an einer dauerhaften „Abhilfe" für das Softwareproblem. Grayson Brulte, Mitbegründer des auf autonomes Fahren spezialisierten Analyseunternehmens Autnmy AI, begrüßte die „proaktive Entscheidung" des Unternehmens.

Behörden unter Druck: NHTSA ermittelt bereits

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ohnehin bereits eine separate Untersuchung gegen Waymo eingeleitet. Auslöser war ein Vorfall im Januar, bei dem ein Robotaxi illegal an einem haltenden Schulbus vorbeifuhr. Waymo hatte zudem Probleme mit Fahrzeugen, die Schulbussen in Austin (Texas) und an anderen Orten nicht die Vorfahrt gewährten. Im Dezember sorgten Waymo-Fahrzeuge während eines flächendeckenden Stromausfalls in San Francisco für Chaos, als die Autos im Verkehr stehen blieben und Staus verursachten.

Die Vorfälle zeigen, dass autonome Fahrsysteme trotz beeindruckender technologischer Fortschritte in unvorhergesehenen Situationen – wie Baustellen, Überflutungen oder Stromausfällen – noch an Grenzen stoßen. Für die Regulierungsbehörden in den USA, aber auch weltweit, sind solche Fälle ein wichtiger Prüfstein für die Frage, wie sicher autonome Fahrzeuge im öffentlichen Straßenverkehr wirklich sind.

Waymo wächst trotz Rückschlägen weiter

Ungeachtet der Rückrufe und Behördenuntersuchungen setzt Waymo seinen Expansionskurs fort. Das Unternehmen betreibt mittlerweile einen kommerziellen Robotaxi-Dienst in 11 US-Märkten. Für dieses Jahr plant Waymo zudem seine ersten internationalen Expansionen nach London und Tokio. Anfang Juni kündigte das Unternehmen außerdem eine neue Abonnementstufe für 29,99 US-Dollar pro Monat für Intensivnutzer in Städten mit hoher Nachfrage an.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist Waymo vor allem als Teil des Alphabet-Konzerns relevant, zu dem auch Google gehört. Die Entwicklung des autonomen Fahrens gilt als einer der bedeutendsten Technologiemärkte der kommenden Jahrzehnte – mit enormem wirtschaftlichem Potenzial, aber auch erheblichen regulatorischen und technischen Herausforderungen, wie die jüngsten Vorfälle einmal mehr verdeutlichen.

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