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Wall Street unter Druck: KI-Skepsis und Ölpreisanstieg belasten Märkte

Anleger zweifeln an KI-Renditen, während steigende Ölpreise und wachsende Volatilität die US-Märkte belasten.

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Wall Street unter Druck: KI-Skepsis und Ölpreisanstieg belasten Märkte

Die Wall Street steht vor einem schwächeren Handelsstart. Die Euphorie rund um das Thema Künstliche Intelligenz (KI) zeigt deutliche Risse. Nach den jüngsten Quartalszahlen von Tech-Giganten wie Tesla und Meta wachsen bei Investoren die Zweifel an der Rentabilität und dem Zeitplan für KI-Investitionen. Diese Skepsis trifft vor allem wachstumsstarke Titel, die aufgrund ihrer bereits hohen Bewertungen besonders anfällig für Marktkorrekturen sind.

Belastet wird die Stimmung zusätzlich durch einen deutlichen Anstieg der Ölpreise. Brent-Rohöl verteuerte sich um über 2,8 % auf 111 US-Dollar pro Barrel. Als Treiber gelten Sorgen vor Versorgungsunterbrechungen infolge neuer Houthi-Angriffe in Saudi-Arabien. Gleichzeitig stieg der CBOE Volatilitätsindex um rund 18 Punkte, was die zunehmende Nervosität der Anleger widerspiegelt.

Unternehmensspezifische Entwicklungen prägen das Bild. Tesla-Aktien gaben um 3,5 % nach, nachdem der Elektroautobauer seine Prognose für Investitionsausgaben gesenkt hatte. Das wirft Fragen zu den Ambitionen in den Bereichen KI und Robotik auf. Zudem berichten Medien von interner Kritik an Elon Musks Äußerungen zu einer möglichen Fusion mit SpaceX.

Meta und die Magnificent 7 unter Druck

Meta verlor 2,4 %, nachdem das Unternehmen neue stimmrechtslose Aktien zur Finanzierung seiner KI-Expansion angekündigt hatte. Auch andere Werte der „Magnificent 7", darunter Amazon und Nvidia, verzeichneten Kursverluste von jeweils rund 2 %. Die hohen Bewertungen dieser Titel machen sie anfällig für Rückschläge, sobald die Wachstumsstory an Überzeugungskraft verliert.

IBM steht ebenfalls unter Druck. Trotz angehobener Umsatzprognosen für das Softwaregeschäft fielen die Aktien um 6,5 %. Analysten der Bank of America wiesen darauf hin, dass ein Teil des Wachstums lediglich auf aus dem Vorquartal verschobene Abschlüsse zurückzuführen sei. Bernstein-Analysten erwarten daher für das vierte Quartal einen leichten Rückgang in diesem Segment. Während acht Brokerhäuser ihre Kursziele anhoben, bleibt die Aktie mit einem Jahresverlust von rund 15 % belastet.

Leerverkäufer profitieren von Rechenzentrums-Schwäche

Parallel geraten Anbieter von Rechenzentren und „Neocloud"-Infrastruktur unter Beschuss. Laut Daten des Analysehauses ORTEX konnten Leerverkäufer im Oktober Buchgewinne in Höhe von rund 6 Milliarden US-Dollar erzielen. Unternehmen wie CoreWeave, IREN, Nebius Group, Applied Digital und Core Scientific verzeichneten einen starken Anstieg der Short-Positionen, die nun zwischen 20 % und 26 % des Streubesitzes ausmachen. Allein bei CoreWeave und Nebius summierten sich die Gewinne der Short-Seller auf mehrere Milliarden Dollar.

Inmitten dieser Marktturbulenzen gibt es jedoch auch Lichtblicke. Spotify konnte um 6,6 % zulegen, gestützt durch optimistische Prognosen für das vierte Quartal. Zudem deutet ein unerwarteter Rückgang der wöchentlichen Arbeitslosenanträge auf einen robusten Arbeitsmarkt hin. Das stützt die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen bei ihrer nächsten Sitzung unverändert lassen könnte.

Dennoch bleibt die Marktstimmung volatil. Anleger blicken angesichts der hohen Kosten für KI-Infrastruktur zunehmend kritisch auf die Renditeaussichten. Für deutsche Anleger bedeutet das: Die Bewertung von KI-Titeln dürfte künftig stärker an konkreten Ergebnissen gemessen werden. Die Kombination aus teurem Öl, wachsender Volatilität und nachlassender KI-Euphorie sorgt damit für ein anspruchsvolles Umfeld an den US-Märkten.

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