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Wall Street feiert bestes Quartal seit 2020 – Volatilität bleibt

S&P 500 und Nasdaq legten im zweiten Quartal 15% bzw. 21% zu – trotz Ölpreisschock, KI-Sorgen und Zinsängsten.

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Wall Street feiert bestes Quartal seit 2020 – Volatilität bleibt

Der amerikanische Aktienmarkt hat ein außergewöhnliches zweites Quartal hinter sich. Der S&P 500 stieg um 15%, der Nasdaq Composite sogar um 21% – für beide Indizes das beste Quartal seit dem Jahr 2020. Auch der Dow Jones Industrial Average überzeugte mit einem Plus von 13%, was sein stärkstes Quartal seit 2022 darstellt.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor allem deshalb, weil der Markt gleich mehrere ernsthafte Belastungsfaktoren zu überwinden hatte. Weder der größte Ölpreis-Schock der Geschichte noch Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit des KI-Booms oder die Aussicht auf länger anhaltend hohe Zinsen konnten die Rekordjagd stoppen. Anleger zeigten sich widerstandsfähig – und wurden dafür belohnt.

Chip-Aktien und Unternehmensgewinne als Treiber

Als zentrale Antriebskräfte hinter der Rally gelten zwei Faktoren: der Höhenflug von Halbleiter- und Chip-Aktien als derzeit größte Profiteure der Künstlichen Intelligenz sowie die anhaltende Zuversicht, dass US-Unternehmen weiterhin steigende Gewinne erwirtschaften werden. Diese Kombination aus Wachstumsfantasie und solider Ertragslage gab Investoren genug Rückenwind, um die Unsicherheiten des Quartals zu ignorieren.

Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass dieselben Faktoren die wichtigsten Indizes auch im weiteren Jahresverlauf stützen könnten. Die Frage ist jedoch, ob das hohe Tempo der vergangenen Monate aufrechtzuerhalten ist – und daran scheiden sich die Geister.

Stifel-Stratege hebt S&P-500-Kursziel auf 7800 Punkte

Thomas Carroll, Aktienstratege beim US-Finanzhaus Stifel, hat kürzlich sein Kursziel für den S&P 500 auf 7.800 Punkte angehoben. Das entspricht einem weiteren Anstieg von rund 4% gegenüber dem Schlusskurs vom Dienstag. Carroll bleibt damit grundsätzlich optimistisch, warnt aber gleichzeitig vor anhaltender Volatilität.

Tatsächlich zeigen Daten von Dow Jones Market Data, dass der S&P 500 an mehr als einem Viertel der diesjährigen Handelstage Kursbewegungen von mindestens 1% nach oben oder unten verzeichnete. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Markt trotz des positiven Gesamttrends alles andere als ruhig war. „Es wird unglaublich volatil bleiben, was unsere Arbeit spannender macht", sagte Carroll.

Für deutsche Privatanleger, die in US-Aktien oder entsprechende ETFs investiert sind, war das zweite Quartal ebenfalls erfreulich – wenngleich Währungseffekte zwischen Euro und US-Dollar die Renditen beeinflusst haben dürften. Die starke Performance der amerikanischen Technologiewerte spiegelt sich auch in global ausgerichteten Portfolios wider, da US-Aktien in den meisten Weltindizes ein hohes Gewicht besitzen.

Die entscheidende Frage für die zweite Jahreshälfte lautet nun, ob die Unternehmensgewinne die hohen Erwartungen erfüllen können und ob die Notenbank Federal Reserve den Zinspfad einschlägt, den der Markt erhofft. Sollten diese Faktoren enttäuschen, könnte die Volatilität, die Carroll bereits ankündigt, schnell in eine ernsthafte Korrektur umschlagen. Bis dahin bleibt die Stimmung an der Wall Street jedoch konstruktiv.

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