VW zögert bei Batteriefabrik-Entscheidung
Strategische Entscheidung über Gigafabrik bis 2025 aufgeschoben

Inmitten des dynamischen Wandels der Automobilindustrie hin zu elektrischen Antrieben hat der Volkswagen-Konzern eine bedeutsame Entscheidung vertagt. Es geht um die Standortwahl für eine neue Batteriefabrik, die im osteuropäischen Raum geplant war. Die tschechische Regierung hat bereits signalisiert, dass sie die anhaltende Verzögerung bei der Entscheidungsfindung bedauert und sich in Zukunft anderen Projekten zuwenden wird.
Das zentrale Anliegen des Autobauers, den geeigneten Standort für eine sogenannte Gigafabrik zu finden, wurde von Thomas Schmall, dem Technikvorstand des VW-Konzerns, bereits im Frühjahr als nicht eilbedürftig eingestuft. Der Entscheidungsprozess könnte sich demnach bis 2025 hinziehen. Diese Fabrik würde, nach Schätzungen, rund 4500 neue Arbeitsplätze generieren und hätte damit einen signifikanten wirtschaftlichen Einfluss in der Region.
Die tschechische Seite hatte zuvor den ehemaligen Militärflugplatz Pilsen-Line als potenziellen Standort vorgeschlagen. Dieser Ort, mit einer über 1500 Meter langen Landebahn, wurde bislang als strategische Reserve für das Militär genutzt. Der tschechische Ministerpräsident zeigte sich nach der Bekanntgabe der Entscheidungsverzögerung durch Volkswagen enttäuscht und verkündete, dass das Grundstück in Pilsen für andere Vorhaben genutzt werden soll. Neben Tschechien waren auch Polen und Ungarn als mögliche Standorte in der engeren Auswahl.
Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, begründete die Verzögerung mit den aktuellen Marktbedingungen und insbesondere mit dem langsameren Anstieg der Elektromobilität in Europa. Vor dem Hintergrund dieser Unsicherheiten sieht der Konzern vorerst keinen geschäftlichen Anlass, die Entscheidung über einen weiteren europäischen Standort zu forcieren.
Bislang hat Volkswagen, zusammen mit seinem Partner PowerCo, drei Standorte für die Produktion von Batteriezellen ausgewählt: Salzgitter in Deutschland, Valencia in Spanien und St. Thomas in Kanada. Diese Standorte sollen gemeinsam eine Produktionskapazität von 200 Gigawattstunden erreichen. Die Entscheidung, ob und wann ein weiterer Standort in Osteuropa hinzukommt, bleibt jedoch vorerst offen.
