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VW China-Chef warnt vor Marktschrumpfung und hartem Wettbewerb

Ralf Brandstätter sieht erstmals seit 2018 möglichen Rückgang im weltgrößten Automarkt und revidiert langfristige Absatzprognosen deutlich nach unten.

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VW China-Chef warnt vor Marktschrumpfung und hartem Wettbewerb

Volkswagen bereitet sich auf einen noch intensiveren Wettbewerb in China vor. Ralf Brandstätter, CEO der Volkswagen Group China, warnte in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass der chinesische Automobilmarkt erstmals seit fast einem Jahrzehnt schrumpfen könnte.

„Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir zum ersten Mal seit 2018 einen Rückgang auf dem chinesischen Markt sehen werden", sagte Brandstätter gegenüber der FAZ. Die Aussage ist bemerkenswert, denn China gilt als der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt für den Wolfsburger Konzern und war über Jahre hinweg ein verlässlicher Wachstumsmotor.

Nach Angaben des chinesischen Pkw-Verbandes wird erwartet, dass der chinesische Pkw-Markt im Jahr 2026 stagnieren wird, nachdem im Jahr 2025 rund 24 Millionen Fahrzeuge verkauft wurden. Brandstätter bezeichnete dieses Szenario ausdrücklich als „Best-Case-Szenario" – also als die optimistischste Variante der möglichen Entwicklung.

Revidierte Langfristprognose bis 2030

Volkswagen hat seine langfristigen Erwartungen für den chinesischen Markt spürbar nach unten korrigiert. Bis 2030 rechnet der Konzern nun mit jährlich 26 Millionen verkauften Fahrzeugen in China – gegenüber einer früheren Prognose von 28 Millionen. Das entspricht einem Rückgang der Erwartungen um rund 7 Prozent und verdeutlicht, wie stark sich das Stimmungsbild verändert hat.

Der deutsche Automobilhersteller kämpft gleichzeitig darum, seine Position als absatzstärkster ausländischer Hersteller in China zu verteidigen. Einheimische Marken haben die jahrzehntelange Dominanz von Volkswagen in den vergangenen Jahren zunehmend gebrochen. Im ersten Quartal 2025 konnte VW den Spitzenplatz unter den ausländischen Herstellern jedoch zurückerobern – begünstigt durch das Auslaufen staatlicher chinesischer Subventionen für Elektrofahrzeuge, das Konkurrenten wie den chinesischen Elektroautobauer BYD unter Druck setzte.

Dutzende neue Elektro- und Hybridmodelle geplant

Um im hart umkämpften chinesischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, plant Volkswagen in den kommenden Jahren in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern die Einführung von Dutzenden neuer Elektro- und Hybridmodelle. Die Strategie zielt darauf ab, den Anschluss an die rasant wachsende heimische Konkurrenz nicht zu verlieren und die eigene Marktstellung zu festigen.

Trotz dieser Bemühungen dämpfte Brandstätter die Erwartungen an die künftige Profitabilität des China-Geschäfts deutlich. „Aber wir werden sicher nicht zu den Supergewinnen der vergangenen Jahre zurückkehren", sagte der VW-Manager. „Diese Zeiten sind vorbei. Der Wettbewerb in China ist dafür inzwischen viel zu hart."

Die Aussagen des China-Chefs unterstreichen den strukturellen Wandel, dem sich Volkswagen auf seinem wichtigsten Auslandsmarkt gegenübersieht. Jahrelang war China ein verlässlicher Gewinnbringer für den Konzern – doch der Aufstieg einheimischer Elektroautohersteller und eine sich abkühlende Gesamtnachfrage verändern die Spielregeln grundlegend. Für deutsche Anleger, die VW-Aktien im Depot halten, sind die Aussagen ein weiteres Signal, dass die goldenen Jahre des China-Geschäfts vorerst der Vergangenheit angehören.

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