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Volkswagen in der Krise: Fünf Fakten zum Niedergang

Sinkende Margen, Kursverluste und chinesische Konkurrenz: Europas größter Autobauer kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig.

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Volkswagen in der Krise: Fünf Fakten zum Niedergang

Volkswagen-Chef Oliver Blume plant einen historischen Umbau des Wolfsburger Konzerns. Strukturelle Verschiebungen auf dem globalen Automobilmarkt, erstarkende chinesische Konkurrenten, Zölle und eine schwache Nachfrage in Europa haben das bisherige Geschäftsmodell des Unternehmens erschüttert. Der Druck auf Europas größten Automobilhersteller wächst von allen Seiten.

Der Konzern beschäftigt mehr als 657.000 Mitarbeiter und ist mit seinem Geflecht aus Sparten, Joint Ventures und Beteiligungen nach wie vor wie ein traditionelles Konglomerat aufgestellt. Diese Struktur, die mächtige Gewerkschaften mit den Milliardärsfamilien Porsche und Piëch vereint, gilt bei einigen Investoren als Belastung für die Bewertung. Die Familien kontrollieren zwar den Großteil der Stimmrechte, halten aber nicht die Mehrheit des Kapitals.

Einbruch in China: Gewinne um über 80 Prozent gesunken

Nirgendwo sind die Herausforderungen von Volkswagen deutlicher sichtbar als in China. Der weltweit größte Automobilmarkt war jahrelang ein wesentlicher Gewinnbringer für den Konzern und seine deutschen Wettbewerber. Diese Zeiten sind vorbei: Die Gewinne in China sind in den letzten zehn Jahren um mehr als 80 Prozent eingebrochen.

Volkswagen war lange Zeit Chinas größter Automobilhersteller, ist inzwischen jedoch auf den dritten Platz abgerutscht. Technologisch fortschrittliche heimische Konkurrenten haben mit wettbewerbsfähiger Preisgestaltung massiv Marktanteile gewonnen. Dieser Rückgang rückt den Fokus stärker auf Europa, wo die Nachfrage voraussichtlich unter dem Vor-Corona-Niveau bleiben wird, sowie auf die USA, wo Zölle das Unternehmen Milliarden Euro kosten.

Porsche als Sinnbild des Margenverfalls

Besonders hart trifft die Krise die Premiummarke Porsche, die Volkswagen vor vier Jahren in einem wegweisenden Börsengang an die Börse gebracht hatte. Die Margen brachen im vergangenen Jahr auf lediglich 1,1 Prozent ein – verglichen mit 18 Prozent im Jahr des Börsengangs. Dieser dramatische Rückgang verdeutlicht, wie tiefgreifend der Wandel in der Automobilindustrie die gesamte Konzernstruktur erfasst hat.

Die Gewinnmargen des Volkswagen-Konzerns haben sich zwischen 2021 und 2025 mehr als halbiert. Höhere Arbeits- und Energiekosten, die schwache europäische Nachfrage und wachsende Handelsbarrieren belasten das Ergebnis zusätzlich. Gemessen an der Zahl der verkauften Fahrzeuge ist Volkswagen nach Toyota zwar noch immer der zweitgrößte Automobilhersteller der Welt – gehört aber mittlerweile zu den renditeschwächsten Volumenherstellern.

Aktie auf tiefstem Stand seit 2010

Der Umbau in der Automobilindustrie hat auch die Volkswagen-Aktie schwer belastet. Die Papiere werden derzeit auf dem niedrigsten Stand seit Juli 2010 gehandelt. Der aktuelle Kurs liegt sogar unter dem Niveau, das während des Diesel-Skandals erreicht wurde – jener Krise, die weithin als die größte Unternehmenskrise in der Geschichte des Konzerns gilt.

Für deutsche Privatanleger und Beobachter der Automobilbranche ist die Lage damit ernst: Ein Konzern, der jahrzehntelang als Rückgrat der deutschen Industrie galt, steht vor einem Umbau, dessen Ausgang offen ist. Wie Blumes Restrukturierungsplan konkret aussehen wird und ob er die nötige Unterstützung der mächtigen Stakeholder erhält, bleibt abzuwarten.

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