Volkswagen im Umbruch
Profitables Wachstum trotz globaler Lieferkettenprobleme und Marktveränderungen

Die jüngsten Quartalszahlen des VW-Konzerns zeichnen ein gemischtes Bild des Automobilgiganten. Während das Unternehmen seinen Umsatz und Gewinn kräftig steigern konnte, machen zwei neuralgische Bereiche Sorgen.
Zunächst zum Positiven: Europas größter Autobauer konnte seinen Umsatz um beeindruckende 11,6 Prozent auf 78,8 Milliarden Euro und den operativen Gewinn um fast 15 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro steigern. Dies sind beeindruckende Zahlen, insbesondere in einer Branche, die durch globale Lieferkettenprobleme und technologische Umbrüche geprägt ist.
Doch diese positiven Nachrichten werden durch Sorgen um das Volumengeschäft von Volkswagen und den Absatzmarkt in China überschattet. In Bezug auf das Volumengeschäft hat die Kernmarke VW Schwierigkeiten, ihre Zielrendite von 6,5 Prozent bis 2026 zu erreichen. Der Ausfall eines Zulieferers infolge eines Hochwassers in Slowenien hat hier sicherlich nicht geholfen. Interessanterweise konnten andere Marken des VW-Konzerns, wie Skoda und Seat/Cupra, in dieser schwierigen Zeit bessere Margen erzielen. Das Hochwasser hat einen Zahnkranzproduzenten in Slowenien schwer getroffen, was zu Produktionsbeschränkungen bei VW führte. Glücklicherweise hat sich dieser Versorgungsengpass bereits gelöst.
In China, dem größten Automarkt der Welt, hat VW Schwierigkeiten, seine Verkaufszahlen zu steigern. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2,29 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert, ein Rückgang von drei Prozent. Dies ist besorgniserregend, da die Verkaufszahlen bereits im Jahr 2022, einem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr, gesunken waren. Es gibt jedoch auch hier eine positive Note: Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen in China sind gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf 117.100 Fahrzeuge gestiegen.
Trotzdem wächst VW in China bei Elektroautos langsamer als erwartet. Finanzchef Arno Antlitz erwähnte Rabattschlachten im chinesischen Markt, die den Gewinnmargen schaden. Er prognostiziert, dass der Marktanteil von VW in den nächsten Jahren sinken wird, bevor er mit dem neuen Partner Xpeng und einer verbesserten Elektroplattform MEB wieder steigt.
Antlitz äußerte sich auch zur allgemeinen Profitabilität des Unternehmens und betonte, dass sie trotz der Umsatz- und Absatzsteigerung nicht zufriedenstellend sei. Er verwies dabei auf die Notwendigkeit, einen Zehn-Punkte-Plan und markenübergreifende Performance-Programme umzusetzen.
Oliver Blume, der VW-Chef, hat große Pläne für den Konzern und zielt auf eine langfristige Gewinnmarge von zehn Prozent ab. Die Gruppe, zu der auch Skoda und Seat gehören, soll bis 2025 eine Rendite von acht Prozent erreichen. Die anstehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat über ein Sparprogramm für die Kernmarke werden zeigen, wie VW diese Ziele erreichen will.
