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Vietnam setzt auf Chaebol-Modell Südkoreas für Wirtschaftswachstum

Der kommunistische Staat Vietnam orientiert sich am südkoreanischen Konzernmodell, um nationale Champions zu fördern und das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

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Vietnam setzt auf Chaebol-Modell Südkoreas für Wirtschaftswachstum

Vietnam verfolgt eine bemerkenswerte wirtschaftspolitische Strategie: Der kommunistische Staat orientiert sich am südkoreanischen Modell der sogenannten „Chaebols", um das eigene Wirtschaftswachstum zu beschleunigen. Dabei sollen schlagkräftige Konglomerate als nationale Champions aufgebaut werden, die Vietnams Wirtschaft auf die nächste Stufe heben sollen.

Das südkoreanische Chaebol-Modell steht für große, familiengeführte Mischkonzerne wie Samsung, Hyundai oder LG, die maßgeblich zum wirtschaftlichen Aufstieg Südkoreas beigetragen haben. Vietnam scheint sich von diesem Erfolgsmodell inspirieren zu lassen und plant, ähnliche Strukturen im eigenen Land zu etablieren.

Nationale Champions als Wachstumsmotor

Die Idee hinter dem Ansatz ist klar: Statt auf faire Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer zu setzen, sollen gezielt ausgewählte Großkonzerne staatliche Unterstützung erhalten und zu nationalen Champions heranwachsen. Diese Strategie ist in Asien nicht neu – neben Südkorea haben auch Japan mit seinen Keiretsus oder China mit seinen Staatskonzernen ähnliche Wege beschritten.

Für Vietnam bedeutet dieser Kurswechsel eine bedeutende wirtschaftspolitische Weichenstellung. Das Land hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als attraktiver Produktionsstandort für internationale Unternehmen etabliert und gilt als einer der dynamischsten Wachstumsmärkte Südostasiens. Nun scheint die Führung in Hanoi den nächsten Schritt wagen zu wollen: weg vom reinen Lohnfertigungsstandort, hin zu einer Volkswirtschaft mit eigenen, global wettbewerbsfähigen Konzernen.

Spannungsfeld zwischen Kommunismus und Kapitalismus

Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet ein kommunistischer Staat das kapitalistisch geprägte Chaebol-Modell als Blaupause wählt. Vietnam hat jedoch bereits seit den 1980er-Jahren mit der sogenannten „Doi Moi"-Reform bewiesen, dass es pragmatisch marktwirtschaftliche Elemente in sein sozialistisches System integrieren kann. Die Orientierung am südkoreanischen Konzernmodell wäre eine konsequente Fortsetzung dieses Weges.

Kritiker des Chaebol-Modells weisen allerdings darauf hin, dass die Konzentration wirtschaftlicher Macht in wenigen Händen auch Risiken birgt. In Südkorea selbst wird seit Jahren über mangelnde faire Wettbewerbsbedingungen für kleinere Unternehmen diskutiert, die gegenüber den mächtigen Konglomeraten oft die zweite Geige spielen müssen. Vietnam müsste diese Erfahrungen bei der Umsetzung seiner Strategie berücksichtigen.

Für internationale Investoren und deutsche Unternehmen, die in Vietnam aktiv sind oder eine Expansion dorthin erwägen, könnte diese Entwicklung weitreichende Folgen haben. Die gezielte Förderung einheimischer Großkonzerne könnte die Wettbewerbslandschaft im Land grundlegend verändern und neue Herausforderungen für ausländische Marktteilnehmer mit sich bringen. Gleichzeitig eröffnet der wirtschaftliche Aufstieg Vietnams auch neue Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten.

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