Verluste an Asiens Börsen vor US-Daten
Anleger reagieren auf schwache Firmenzahlen und warten auf Konjunkturmaßnahmen

Die asiatischen Börsen verzeichneten zum Wochenschluss durchweg Verluste. In Japan trübte insbesondere der Mutterkonzern der Bekleidungskette Uniqlo, Fast Retailing, die Stimmung an der Börse. Der Nikkei-Index sank um 1,1 Prozent auf 39.190 Punkte, während der breitere Topix-Index um 0,8 Prozent nachgab. Fast Retailing meldete einen deutlichen Gewinneinbruch im ersten Geschäftsquartal, ausgelöst durch eine schleppende Konjunktur in China. Hinzu kamen warme Temperaturen im Oktober und November, die die Nachfrage nach Winterkleidung bremsten. Die Aktien des Unternehmens verloren bis zu 7,8 Prozent an Wert.
Die Unsicherheiten in Japan wurden durch die anstehenden Arbeitsmarktdaten aus den USA verstärkt. Anleger sind vorsichtig, da die Geldpolitik der US-Notenbank Fed stark von der Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Inflation abhängt. Investoren befürchten, dass die Fed die Lockerung ihrer Geldpolitik verlangsamen könnte. Trotz des insgesamt schwachen Marktes konnte der Chip-Wert Advantest, ein Zulieferer von Nvidia, um 5,1 Prozent zulegen und gehörte zu den stärksten Titeln im Nikkei-Index.
Auch an den chinesischen Börsen zeigte sich ein vorsichtiges Verhalten der Anleger. Der Shanghai Composite sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen verloren jeweils 1,3 Prozent. Händler berichteten, dass Investoren auf neue Konjunkturmaßnahmen aus Peking zur Stärkung der Wirtschaft hoffen. Gleichzeitig stiegen die Renditen chinesischer Staatsanleihen sprunghaft an. Die Zentralbank Chinas hatte zuvor angekündigt, ihre Käufe von Staatsanleihen aufgrund eines knappen Angebots vorübergehend auszusetzen. Diese Maßnahme führte zu Nervosität auf den Bondmärkten.
Marktbeobachter betonten, dass die entscheidende Frage für 2025 darin liege, in welchem Umfang die chinesische Regierung Konjunkturprogramme bereitstellen wird. In einem Kommentar von Macquarie wurde hervorgehoben, dass die politischen Entscheidungsträger mit Blick auf die wirtschaftliche Lage unter Druck stehen, weitere Maßnahmen zu ergreifen. Angesichts der Unsicherheiten an den internationalen Märkten richten sich viele Anleger jedoch auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten, die als ein wesentlicher Indikator für die weitere Geldpolitik der Fed gelten.
