USA planen Freigabe der Ölförderung in Venezuela für Energiekonzerne
Trump-Administration könnte diese Woche allgemeine Lizenz erteilen – Chevron als Vorreiter

Die Trump-Administration steht kurz davor, US-Ölkonzernen die Förderung von Öl und Gas in Venezuela zu erlauben. Laut einer mit dem Plan vertrauten Person könnte die entsprechende allgemeine Genehmigung bereits in dieser Woche erteilt werden. Bisher ist Chevron das einzige US-Unternehmen, das im Rahmen einer Sondergenehmigung des Finanzministeriums in Venezuela Öl fördern darf.
Chevron unterhält mehrere Joint Ventures mit dem staatlichen Ölkonzern Petróleos de Venezuela (PDVSA) und fördert derzeit rund 250.000 Barrel pro Tag in dem südamerikanischen Land. CEO Mike Wirth erklärte gegenüber CNBC, dass das Unternehmen die Produktion innerhalb der nächsten 18 bis 24 Monate um 50 Prozent steigern könnte – vorausgesetzt, die US-Behörden erteilen grünes Licht.
Präsident Donald Trump drängt die Ölindustrie zu massiven Investitionen von mindestens 100 Milliarden Dollar in die Sanierung der venezolanischen Energiewirtschaft. Dies folgt auf die Festnahme des ehemaligen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Kräfte am 3. Januar. Vergangene Woche hatte das Finanzministerium bereits eine Generallizenz erlassen, die US-Unternehmen den Kauf, Verkauf, Transport und die Raffination venezolanischen Rohöls erlaubt – die eigentliche Förderung war davon jedoch ausgenommen.
Geteilte Reaktionen der Ölbranche
Die Reaktionen der Energiekonzerne auf mögliche Venezuela-Investitionen fallen unterschiedlich aus. ExxonMobil-CEO Darren Woods äußerte sich skeptisch und erklärte Trump am 9. Januar im Weißen Haus, dass Venezuela unter dem derzeitigen System "nicht investierbar" sei und große Reformen benötige. Exxon musste bereits zweimal erleben, wie die Regierung in Caracas seine Vermögenswerte beschlagnahmte.
Kleinere Schieferölunternehmen und private Wildcatter zeigen sich hingegen deutlich enthusiastischer über die potenzielle Chance in Venezuela. Das Land ist Gründungsmitglied der OPEC und verfügt vermutlich über die größten Rohölreserven der Welt – ein verlockender Markt für Unternehmen, die bereit sind, das politische Risiko einzugehen.
Venezuela lockert staatliche Kontrolle
Die venezolanische Regierung hat unterdessen ebenfalls Reformen verabschiedet, um die staatliche Kontrolle über die Ölindustrie zu lockern und privaten Unternehmen mehr Autonomie zu gewähren. Diese Schritte sollen ausländische Investoren anlocken und die jahrelang vernachlässigte Energieinfrastruktur des Landes wieder aufbauen. Ob die angekündigten Reformen ausreichen, um skeptische Konzerne wie ExxonMobil zu überzeugen, bleibt abzuwarten.
