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US-Zinssenkung: Aktienmärkte im Fokus

Finanzmärkte erwarten große Umverteilungen durch geplante Zinssenkungen der Fed.

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US-Zinssenkung: Aktienmärkte im Fokus

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) plant voraussichtlich im September eine Zinssenkung. Jerome Powell, der Chef der Fed, deutete dies an, indem er erklärte, dass es unter normalen Umständen zu einer Senkung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte kommen wird. Zinshändler sehen zudem eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass bis zum Jahresende mindestens eine weitere Zinssenkung folgen wird. Die Konsensschätzung deutet sogar darauf hin, dass bis zum kommenden Juli insgesamt fünf Zinssenkungen erfolgen könnten.

Eine solche geldpolitische Wende würde erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Die Schweizer Bank UBS hat ermittelt, dass am Ende des zweiten Quartals 6,1 Billionen Dollar in Geldmarktfonds investiert waren. Diese Fonds legen ihr Kapital in kurzfristigen Anleihen oder bei Banken, Unternehmen oder Staaten an, die kurzfristig Kapital benötigen. Aufgrund der in den letzten Jahren stark gestiegenen Zinsen waren diese Fonds sehr attraktiv, da US-Staatsanleihen mit kurzen Restlaufzeiten derzeit über fünf Prozent Rendite bieten.

Sollten die Zinsen tatsächlich sinken, werden diese Produkte an Attraktivität verlieren. Dies wirft die Frage auf, wohin das Kapital abfließen wird. Während ein Teil des Geldes wahrscheinlich in den Geldmarktfonds verbleiben wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass es zu einer Umverteilung kommt. Der Aktienmarkt könnte dabei der größte Profiteur sein.

Sinkende Zinsen erleichtern Unternehmen die Finanzierung von Investitionen und reduzieren gleichzeitig deren Zinsaufwendungen. Dies führt dazu, dass die in der Zukunft erwarteten Gewinne an Wert gewinnen, weil sie weniger stark abgezinst werden müssen. Dies regt auch den privaten Konsum an, was die Gewinnerwartungen pro Aktie steigen lässt. Durch den steigenden Wert der zukünftigen Gewinne erhöhen sich die Gewinnrenditen von Aktien, was diese im Vergleich zu Anleihen attraktiver macht. Investoren erhalten somit eine höhere Risikoprämie, wenn sie am Aktienmarkt statt am sichereren Anleihemarkt investieren.

Innerhalb des Aktienmarktes profitieren besonders zyklische Konsumgüter und der Technologiesektor von sinkenden Zinsen. Zyklische Konsumgüter, wie der Luxussektor und die Reisebranche, haben in der Vergangenheit bei sinkenden Zinsen zugelegt. Auch Aktien aus den Bereichen IT und Kommunikationsservice zählen zu den Gewinnern, da sie ihr Wachstum günstiger finanzieren können. Dividendenaktien profitieren ebenfalls, da ihre Gewinnausschüttungen wie ein Zins wirken. Steigende oder konstante Dividenden machen diese Aktien bei sinkenden Zinsen attraktiver.

Die Aussicht auf sinkende Zinsen verheißt Gutes für den Aktienmarkt, vorausgesetzt, die Zinssenkungen kommen früh genug, um einen wirtschaftlichen Abschwung zu verhindern. Eine Rezession könnte jedoch alle positiven Effekte zunichtemachen.

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