US-Börsen trotzen den Zinsen
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Die Wall Street hat sich von einem Zinsdämpfer gut erholt, der durch robuste Arbeitsmarktdaten ausgelöst wurde. Trotz der anfänglichen Unsicherheit an den Märkten konnten sich die großen US-Aktienindizes am Ende behaupten und schlossen im Plus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete einen Anstieg um 0,36 Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang 2022. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 0,4 Prozent zu, während der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,45 Prozent stieg. Im Gegensatz zum DAX erreichten die US-Indizes jedoch keine neuen Höchststände.
Im November wurden außerhalb der Landwirtschaft in den USA 199.000 neue Stellen geschaffen, wie das US-Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Dies war mehr als die von Experten erwarteten 185.000 Stellen. Die Arbeitslosenquote fiel um 0,2 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent, während Volkswirte im Schnitt eine unveränderte Quote von 3,9 Prozent erwartet hatten. Die Löhne stiegen weiter an, wobei die durchschnittlichen Stundenlöhne auf Monatssicht um 0,4 Prozent zunahmen, während Analysten mit einem Anstieg von 0,3 Prozent gerechnet hatten. Im Jahresvergleich blieb der Lohnauftrieb stabil bei 4,0 Prozent, was zusätzliche Inflationsrisiken für die Federal Reserve darstellt.
Im Gegensatz zu den europäischen Märkten reagierten die US-Anleger weniger euphorisch auf die Arbeitsmarktdaten. Die Erwartungen an eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed wurden aufgrund der robusten Daten nach hinten verschoben. Dennoch bleibt die US-Wirtschaft stark, und die Märkte halten ihre hohen Niveaus aufrecht. Die Fed hatte die Leitzinsen bereits angehoben, aber in letzter Zeit gab es keine weiteren Änderungen. Die Erwartung, dass die Zinsen im kommenden Jahr deutlich gesenkt werden, spiegelt sich derzeit nicht in den Daten wider.
Die Verbraucherstimmung in den USA hat sich im November aufgehellt, und die Inflationserwartungen sind gesunken. Das Konsumklima, das von der Universität Michigan ermittelt wird, stieg von 61,3 Punkten im Vormonat auf 69,4 Punkte. Sowohl die Bewertung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen der Verbraucher haben sich verbessert. Die Inflationserwartungen der Verbraucher gingen ebenfalls zurück, was positiv für die Fed ist.
Die Arbeitsmarktdaten führten zu Verlusten am Rentenmarkt und einem Anstieg der Renditen. Die Rendite der zehnjährigen US-Treasuries stieg auf 4,27 Prozent, und auch am heimischen Rentenmarkt stiegen die Renditen. Dies könnte die Spekulationen über eine Zinssenkung durch die Fed im ersten Quartal 2024 dämpfen.
Boeing verzeichnete einen bedeutenden Auftrag aus Thailand, bei dem es sich gegen Airbus durchsetzte. Die Fluggesellschaft Thai Airways plant den Kauf von bis zu 80 Boeing-Langstreckenjets vom Typ 787 "Dreamliner". Dieser Auftrag hat einen erheblichen Wert und stärkt Boeings Position auf dem Markt.
Der DAX setzte seine Weihnachtsrally trotz der unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten fort und erreichte neue Bestmarken. Trotzdem blieben die Anleger gelassen und reagierten nicht nervös auf die Daten. Die robuste Verfassung des Arbeitsmarkts in den USA bedeutet, dass die Fed nicht in Eile ist, die Zinsen zu senken, was für die Märkte eine positive Nachricht ist.
Die robusten Daten vom US-Arbeitsmarkt waren für diejenigen, die auf schnelle Zinssenkungen gesetzt hatten, eine Enttäuschung. Die Fed hat derzeit keinen Grund zur Eile, die Zinsen zu senken, und es besteht sogar die Möglichkeit, dass die Zinsen in absehbarer Zeit erhöht werden könnten.
Die Ölpreise stiegen nach vorherigen Verlusten wieder an, unterstützt von der Entscheidung der US-Regierung, ihre strategische Ölreserve aufzufüllen. Dennoch bleiben die Erdölpreise aufgrund von Zweifeln an der Umsetzung der Förderkürzungen durch den OPEC+ und einem hohen Ölangebot aus Nicht-OPEC-Staaten unter Druck.
Deutschland hat nach sieben Jahren wieder ein viertes Handynetz, nachdem 1&1 seine mobilen Dienste offiziell gestartet hat. Dies stärkt den Wettbewerb auf dem Mobilfunkmarkt und bietet den Verbrauchern mehr Auswahlmöglichkeiten. 1&1 hat zwar zunächst nur wenige Antennenstandorte, aber die Entwicklung dieses neuen Netzes könnte langfristig die Wettbewerbslandschaft verändern.
Der Streik bei Tesla breitet sich auf weitere Länder aus, da auch die finnische Gewerkschaft beschlossen hat, sich dem schwedischen Streik anzuschließen. Dies stellt eine ernsthafte Herausforderung für Tesla dar und könnte die Lieferkette des Unternehmens beeinträchtigen.
