US-Autobauer in historischem Streik
Präsident Biden unter Druck, Wirtschaft und Elektroauto-Zukunft in Gefahr

In einer beispiellosen Aktion hat die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) gleichzeitig Werke der drei großen US-Autobauer General Motors, Ford und Stellantis bestreikt. Dieser Tarifkonflikt könnte nicht nur erhebliche Auswirkungen auf die Autoindustrie, sondern auch auf US-Präsident Joe Biden und seine politische Zukunft haben.
Der Arbeitskampf begann nach dem Ablauf der Tarifverhandlungsfrist und könnte die US-Wirtschaft schwer belasten. Die UAW, die rund 150.000 Mitglieder zählt, fordert eine Lohnerhöhung von 36 Prozent über vier Jahre verteilt, während die Autobauer bereit sind, Zuwächse von bis zu 20 Prozent über viereinhalb Jahre anzubieten. Die Gewerkschaft argumentiert, dass diese Angebote angesichts der Inflation und der hohen Gewinne der Unternehmen unzureichend sind.
Die Arbeitsniederlegungen begannen in Werken von General Motors in Missouri, einem Stellantis-Werk in Ohio und einer Ford-Fabrik in Michigan. Modelle wie der Jeep Wrangler und der Ford Bronco sind von den Streiks betroffen. Die UAW bestreikt normalerweise Autohersteller einzeln statt gleichzeitig, was diese Situation für die Unternehmen besonders herausfordernd macht.
Präsident Biden, der sich als gewerkschaftsfreundlich präsentiert, steht nun vor einem Dilemma. Ein Rückschlag für die US-Wirtschaft könnte seine Aussichten auf eine Wiederwahl beeinträchtigen. Außerdem sind seine ambitionierten Pläne zur Förderung der Elektroauto-Produktion in den USA einer der Auslöser für den Streik.
Die Gewerkschaft versteht die Bedenken der Arbeiter hinsichtlich des Übergangs von Verbrennungsmotoren zu Elektroautos und befürchtet Werksschließungen in traditionellen Standorten. Es gibt auch Streitigkeiten über die Löhne in neuen Einrichtungen wie Batteriefabriken, die oft in Partnerschaft mit asiatischen Unternehmen betrieben werden.
