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United Airlines warnt vor Treibstoffkosten von fast 6 Milliarden Dollar

Steigende Ölpreise belasten die Gewinnprognosen von United Airlines – dennoch hebt die Fluggesellschaft das untere Ende ihrer Jahresprognose an.

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United Airlines warnt vor Treibstoffkosten von fast 6 Milliarden Dollar

United Airlines hat am Mittwoch vor massiven Mehrkosten durch steigende Treibstoffpreise gewarnt. Die in Chicago ansässige Fluggesellschaft rechnet für das laufende Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten von fast 6 Milliarden Dollar gegenüber den Schätzungen vom Jahresbeginn 2026. Trotz dieser erheblichen Belastung hob United das untere Ende seiner Gewinnprognose für das Gesamtjahr an.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet United nun einen bereinigten Gewinn pro Aktie von 9 bis 11 Dollar – gegenüber der im April abgegebenen Prognose von 7 bis 11 Dollar. Der Mittelwert der neuen Spanne liegt bei 10 Dollar und damit leicht unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 10,46 Dollar pro Aktie laut LSEG-Daten. Die Aktien von United reagierten im nachbörslichen Handel mit einem Minus von rund 2 Prozent.

Ölpreisanstieg trifft das dritte Quartal besonders hart

Für das dritte Quartal prognostiziert United einen bereinigten Gewinn von 2,50 bis 3,50 Dollar pro Aktie bei einem durchschnittlichen Treibstoffpreis von 3,69 Dollar pro Gallone. Der Mittelwert von 3 Dollar liegt deutlich unter der durchschnittlichen Analystenschätzung von 3,60 Dollar pro Aktie. Allein der Anstieg der Treibstoffpreise seit Anfang Juli erhöhte die erwarteten Kosten für das dritte Quartal um 575 Millionen Dollar – das entspricht einem Ergebniseffekt von 1,12 Dollar pro Aktie.

Das Unternehmen macht dafür vor allem geopolitische Spannungen verantwortlich: Die Ölpreise seien seit Anfang Juli infolge erneuter Feindseligkeiten zwischen den USA und dem Iran um etwa 15 Prozent gestiegen. Angesichts dieser Volatilität kündigte United an, seine Gewinnprognosen künftig auf Basis der jeweils aktuellsten Treibstoffpreise zu erstellen. Die Prognose für das dritte Quartal basiert auf der Terminkurve für Kerosin an der Golfküste mit Stand vom 14. Juli.

Starke Reisenachfrage als Gegengewicht

Trotz der Kostenbelastung zeigt sich United zuversichtlich, den Treibstoffpreisschock abfedern zu können. Das Unternehmen setzt auf eine starke Reisenachfrage, höhere Flugpreise und Kapazitätskürzungen. Im zweiten Quartal konnte United rund 50 Prozent des Anstiegs der Treibstoffkosten auffangen. Für das dritte Quartal erwartet die Fluggesellschaft, 80 bis 90 Prozent des aktuellen Anstiegs zu kompensieren – bis zum vierten Quartal soll der Anstieg vollständig ausgeglichen sein.

Die Umsatzzahlen des zweiten Quartals unterstreichen die Stärke der Nachfrage: Der Gesamtumsatz stieg um 16 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,99 Dollar und übertraf damit die Analystenschätzung von 1,88 Dollar. Die Treibstoffkosten stiegen im Vergleich zum Vorjahr allerdings um 2,3 Milliarden Dollar bzw. 84 Prozent.

Alle Geschäftsbereiche mit Wachstum

Die Nachfrage blieb in allen Segmenten robust. Der Umsatz im Premium-Bereich legte im zweiten Quartal um 16 Prozent zu, Basic Economy und das Loyalty-Programm wuchsen jeweils um 11 Prozent. Der Frachtumsatz stieg um 23 Prozent, der vertraglich gebundene Geschäftsreiseverkehr sogar um 27 Prozent. Der Gesamterlös pro angebotener Sitzmeile (RASM) – eine zentrale Kennzahl für die Preismacht einer Fluggesellschaft – soll sowohl im dritten als auch im vierten Quartal stärker wachsen als der im zweiten Quartal verzeichnete Anstieg von 12,1 Prozent.

United sicherte sich zudem durch private Banktransaktionen neue Liquidität in Höhe von 3,7 Milliarden Dollar. Das Unternehmen bezeichnete diese Finanzierung als Absicherung gegen geopolitische Unsicherheiten und die Möglichkeit eines extremen Ölpreisanstiegs. Darüber hinaus gab United bekannt, dass die Kapazität im vierten Quartal unter den derzeit veröffentlichten Flugplänen liegen werde – und man bereit sei, den Flugbetrieb kurzfristig weiter zu drosseln, sollten die Treibstoffpreise hoch bleiben. Die Finanzergebnisse sollen am Donnerstagmorgen in einer Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren ausführlich besprochen werden.

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