Uneinheitliche Entwicklung an Asiens Börsen
Chinas Konjunktursorgen und Japans Yen-Schwäche prägen die Handelswoche

Die asiatischen Börsen zeigten sich zum Ende der Woche uneinheitlich. Während in Japan positive Wirtschaftsnachrichten und ein schwächerer Yen die Aktienkurse stützten, dominierten in China Konjunktursorgen. An der Börse in Shanghai sank der Leitindex um 1,4 Prozent, der zusammengesetzte Index der wichtigsten Unternehmen aus Shanghai und Shenzhen fiel um 1,8 Prozent. Damit steuerte er auf den größten Wochenverlust seit über einem Monat zu.
Grund für die Unsicherheit waren gemischte Wirtschaftsdaten aus China. Die Industrieproduktion wuchs im Oktober im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent, verlangsamte sich jedoch gegenüber dem Vormonat und blieb hinter den Erwartungen zurück. Die Einzelhandelsumsätze stiegen hingegen um 4,8 Prozent, was den stärksten Anstieg seit Februar darstellt. Trotz dieser Zahlen blieben Anleger skeptisch. Analysten von Morgan Stanley wiesen darauf hin, dass kurzfristige Abwärtsrisiken für Unternehmensgewinne sowie geopolitische Unsicherheiten die Märkte belasten könnten. Die bisherigen Konjunkturmaßnahmen aus Peking erfüllten die Erwartungen der Marktteilnehmer bislang nicht, was die Verunsicherung weiter verstärkte.
Zusätzlich drohen neue Handelshemmnisse mit dem Amtsantritt des designierten US-Präsidenten Donald Trump, was die Lage weiter verschärfen könnte. Diese Perspektive trägt zur gedämpften Stimmung an den chinesischen Märkten bei.
Im Gegensatz dazu verlief die Handelswoche an der japanischen Börse positiv. Der Nikkei-Index legte um 0,3 Prozent auf 38.642 Punkte zu, der breiter gefasste Topix stieg um 0,4 Prozent. Zum Wochenausklang notierte der Nikkei sogar 0,9 Prozent höher bei 38.881 Punkten, der Topix stieg ebenfalls um 0,9 Prozent auf 2.724 Zähler. Wesentlich dazu beigetragen hat die Schwäche des Yen, der gegenüber dem US-Dollar um 0,2 Prozent auf 155,87 Yen nachgab. Diese Entwicklung begünstigte exportorientierte Branchen wie die Automobilindustrie. Aktien von Toyota stiegen um 1,4 Prozent, Honda legte um 2,2 Prozent zu, während Nissan einen Zuwachs von 4,5 Prozent verzeichnete. Berichten zufolge hat der aktivistische Investor Oasis Management eine Beteiligung an Nissan erworben.
Regierungsdaten zeigten zudem, dass die japanische Wirtschaft im dritten Quartal um annualisierte 0,9 Prozent gewachsen ist. Diese Zahlen stützen die Zuversicht der Anleger, die von der anhaltenden Erholung der Wirtschaft profitieren.
