UBS überrascht mit starkem Quartalsgewinn
Trotz Integrationskosten nach Credit-Suisse-Übernahme übertrifft die Bank die Erwartungen deutlich

Die UBS konnte im zweiten Quartal 2024 erneut einen Milliardengewinn verbuchen, trotz der laufenden Integrationskosten durch die Übernahme der Credit Suisse. Der Nettogewinn der Schweizer Großbank belief sich auf 1,1 Milliarden Dollar, was zwar weniger ist als im ersten Quartal des Jahres mit 1,76 Milliarden Dollar, jedoch deutlich über den Erwartungen der Analysten lag, die von nur 528 Millionen Dollar ausgingen. Die Übernahme der Credit Suisse, die nach einer Reihe von Skandalen und finanziellen Rückschlägen durch die UBS durchgeführt wurde, scheint sich für die Bank gelohnt zu haben. Trotz der Herausforderungen durch die Integration konnten verschiedene Geschäftsbereiche der UBS, wie die Investmentbank, die Vermögensverwaltung und die Abwicklungseinheit "Non Core and Legacy", Verbesserungen verzeichnen.
Im Kerngeschäft des Global Wealth Managements, das sich vor allem an Millionäre und Milliardäre richtet, gelang es der UBS, 27 Milliarden Dollar an Netto-Neugelder zu generieren. Dies zeigt, dass das Vertrauen der wohlhabenden Kunden in die Bank weiterhin hoch ist. UBS-Chef Sergio Ermotti zeigte sich zuversichtlich, dass die Bank auf einem guten Weg sei, ihre Finanzziele zu erreichen und die Profitabilität wiederherzustellen, die vor der Übernahme der Credit Suisse bestand.
Ein Vergleich mit dem Vorjahresquartal ist allerdings schwierig, da die UBS im zweiten Quartal 2023 durch den deutlich unter dem Buchwert liegenden Kaufpreis der Credit Suisse einen Rekord-Gewinn von 29 Milliarden Dollar erzielte. Der Kaufpreis für die angeschlagene Credit Suisse betrug nur drei Milliarden Schweizer Franken, was zu einem einmaligen hohen Gewinn führte.
Die laufenden Integrationskosten der Credit Suisse belaufen sich im dritten Quartal 2024 auf rund 1,1 Milliarden Dollar. Die UBS erwartet, dass sich das Tempo der Kosteneinsparungen im Vergleich zum Vorquartal leicht verlangsamen wird. Dennoch konnte die Bank im Zeitraum April bis Juni 2024 zusätzliche Einsparungen von 0,9 Milliarden Dollar erzielen. Insgesamt plant die UBS, die jährlichen Kosten bis Ende 2026 um rund 13 Milliarden Dollar im Vergleich zum Jahr 2022 zu senken.
Die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS wurde notwendig, nachdem die Credit Suisse seit Herbst 2022 in eine existenzbedrohende Krise geraten war, die durch zahlreiche Skandale und den Verlust des Kundenvertrauens ausgelöst wurde. Die Übernahme wurde von der Schweizer Regierung im März 2023 eingeleitet, um eine größere Bankenkrise zu verhindern. Offiziell wurde die Übernahme am 12. Juni 2023 abgeschlossen, an diesem Tag wurde auch die Aktie der Credit Suisse das letzte Mal an der Schweizer Börse gehandelt.
