UBS sieht weitere Kursgewinne trotz geopolitischer Unsicherheiten
Nach dem neuen S&P-500-Allzeithoch bei 7.022,95 Punkten prognostiziert die UBS dank starker Unternehmensgewinne weiteres Aufwärtspotenzial.

Die globalen Aktienmärkte befinden sich weiter im Aufwind. Der S&P 500 markierte am Mittwoch ein neues Allzeithoch und schloss bei 7.022,95 Punkten – damit übertraf der US-Leitindex seinen bisherigen Höchststand vom Januar. Gleichzeitig drückten Gespräche zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise: Brent-Futures notierten zuletzt bei 96,35 US-Dollar je Barrel.
Vor diesem Hintergrund sehen die Strategen der Schweizer Großbank UBS weiterhin Spielraum für Kursgewinne im restlichen Jahresverlauf. Als Treiber nennen sie ein solides Gewinnwachstum sowie eine widerstandsfähige US-Wirtschaft. „Wir haben Anlegern seit Beginn des Konflikts empfohlen, sich für mittelfristige Aktiengewinne zu positionieren, und wir sehen weiterhin ein gesundes Potenzial für eine Rallye im weiteren Jahresverlauf ausgehend vom aktuellen Niveau des S&P 500", schrieb ein Team unter der Leitung von Mark Haefele.
Gewinnwachstum auf höchstem Tempo seit 2021
Die UBS erwartet für den S&P 500 im ersten Quartal ein Gewinnwachstum von rund 17 Prozent. Das wäre das schnellste Wachstumstempo seit dem vierten Quartal 2021. Als Haupttreiber identifiziert die Bank eine breit angelegte Dynamik sowie eine robuste Nachfrage nach Halbleitern, die insbesondere durch Ausgaben für KI-Infrastruktur angetrieben wird.
Darüber hinaus sieht die UBS überdurchschnittliches Wachstum in den Sektoren Finanzen und Rohstoffe. Die Experten erklärten, es bestehe „eine gute Chance, dass die Prognosen beim Ausblick besser ausfallen als befürchtet". Die bisherigen Gewinnrevisionen zeigten kaum Anzeichen für negative Auswirkungen des geopolitischen Konflikts, und die Bottom-up-Schätzung für den Gewinn je Aktie im S&P 500 auf 12-Monats-Sicht bewege sich weiter nach oben.
Auch das makroökonomische Umfeld stützt den positiven Ausblick der Bank. Die Kerninflation im März fiel milder aus als erwartet, die Konsumausgaben bleiben robust, und die Produktionstätigkeit ist zum ersten Mal seit drei Jahren wieder in den expansiven Bereich zurückgekehrt. Jüngste Kommentare von konsumorientierten Unternehmen deuteten zudem auf weitgehend stabile Nachfragetrends hin.
UBS bevorzugt zyklische Sektoren und Versorger
Auf Basis dieser Einschätzung behält die UBS ihre Einstufung „Attractive" für US-Aktien bei. Bevorzugte Sektoren sind:
- Zyklische Konsumgüter
- Finanzen
- Gesundheitswesen
- Industrie
- Versorger
Trotz des insgesamt positiven Ausblicks mahnen die UBS-Strategen zur Vorsicht. Die kurzfristige Unsicherheit bleibe bestehen: Die Energieströme durch die Straße von Hormus seien weiterhin gestört, und es sei unklar, ob die bevorstehenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zu einer nennenswerten Deeskalation führen werden. Eine baldige Rückkehr der Ölpreise auf das Niveau vor dem Konflikt halten die Experten für unwahrscheinlich.
Die Bank gibt Anlegern daher eine klare Botschaft mit auf den Weg: „Anleger sollten auf anhaltende Phasen der Marktvolatilität vorbereitet sein." Für langfristig orientierte Investoren überwiegen laut UBS jedoch die Chancen – getragen von starken Fundamentaldaten und einer widerstandsfähigen US-Konjunktur.
