UBS hält US-Aktien für „attraktiv" – Bullenmarkt-Treiber intakt
Die Schweizer Großbank UBS bekräftigt ihre positive Einschätzung für US-Aktien und nennt drei zentrale Treiber des laufenden Bullenmarktes.

Die UBS hält trotz geopolitischer Unsicherheiten an ihrer konstruktiven Haltung gegenüber US-Aktien fest. Die Strategen um David Lefkowitz erklärten, die fundamentalen Treiber des Bullenmarktes seien weiterhin intakt. Gleichzeitig sehen sie in den Anzeichen einer Deeskalation im Nahen Osten einen Faktor, der größere Rücksetzer an den Aktienmärkten verhindern dürfte.
„Wir behalten unsere Einschätzung ‚Attractive' für US-Aktien bei. Der Konflikt im Nahen Osten hält zwar an, aber Anzeichen einer Deeskalation sollten verhindern, dass die Aktienmärkte einen wesentlichen Rücksetzer erleiden", schrieben die Strategen in einer aktuellen Mitteilung. Als die drei tragenden Säulen des Bullenmarktes nennt das UBS-Team ein gesundes Gewinnwachstum, eine unterstützende Geldpolitik der US-Notenbank Fed sowie die fortschreitende Einführung von Künstlicher Intelligenz.
S&P 500 mit Kursziel 7.500 Punkte für 2026
Für den S&P 500 gibt die UBS ein Kursziel von 7.500 Punkten für das Jahr 2026 aus. Die Bank prognostiziert dabei ein Gewinnwachstum von 17 Prozent für den Index – das wäre das schnellste Tempo seit vier Jahren. Für den Gewinn je Aktie (EPS) im Gesamtjahr 2026 liegt die UBS-Schätzung bei 310 US-Dollar, was einem Wachstum von 11 Prozent entspricht.
Einen erheblichen Anteil an diesem Wachstum schreiben die Strategen dem Technologie- und KI-Sektor zu. Die sogenannten „Magnificent 7" – also die sieben größten US-Technologiekonzerne – sowie Micron und Broadcom sollen gemeinsam etwa zwei Drittel des gesamten Gewinnwachstums im S&P 500 generieren. Positiv wertet die UBS zudem, dass auch die übrigen 491 Aktien im Index zum Wachstum beitragen und sich dieser Trend der Verbreiterung im laufenden Quartal fortsetzen dürfte.
Makroökonomisches Umfeld bleibt stützend
Auf der gesamtwirtschaftlichen Seite verweisen die UBS-Strategen auf mehrere ermutigende Signale. Die Konsumausgaben zeigen sich widerstandsfähig, die Arbeitsmarktdaten bleiben stabil, und der ISM-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe ist nach mehr als drei Jahren der Kontraktion wieder in den Expansionsbereich zurückgekehrt. Auch die Unternehmensprognosen dürften laut UBS besser ausfallen als von vielen Marktteilnehmern befürchtet.
„Dies deckt sich mit den Botschaften der Unternehmen, die bisher berichtet haben. Einzelne Kommentare der Management-Teams deuten zudem darauf hin, dass es aufgrund des Krieges im Nahen Osten keine wesentlichen Trendänderungen gibt", schrieb das Strategen-Team. Im Basisszenario der Bank wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus schrittweise wieder aufgenommen, erreicht aber erst in der zweiten Jahreshälfte das Niveau von vor der Krise.
Erhöhte Volatilität als potenzieller Rückenwind
Bemerkenswert ist die Einschätzung der UBS zur aktuell erhöhten Marktvolatilität. Ende März schloss der Volatilitätsindex VIX über 31 – ein Niveau, das höher liegt als bei 93 Prozent aller historischen Beobachtungen. Historisch betrachtet fielen die zukünftigen Aktienrenditen tendenziell besser als normal aus, wenn die Volatilität auf ähnlichem Niveau lag. Die Strategen sehen darin einen potenziellen Rückenwind für Anleger.
Dennoch benennt die UBS auch klare Risiken, die den Bullenmarkt gefährden könnten. Dazu zählen eine anhaltende Unterbrechung der Ölströme aus dem Nahen Osten sowie mögliche Rückschläge bei der Einführung oder Monetarisierung von KI-Technologien. Bei einer weiteren Deeskalation des Konflikts und der Wiederaufnahme der Energieströme erwartet die Bank jedoch, dass sich Anleger verstärkt am Markt engagieren und den S&P 500 in Richtung des UBS-Jahresendziels von 7.500 Punkten treiben werden.
