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Türkei plant Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren

Die türkische Regierungspartei AKP bringt einen Gesetzentwurf ein, der Minderjährigen den Zugang zu sozialen Netzwerken beschränkt.

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Türkei plant Social-Media-Verbot für Kinder unter 15 Jahren

Die türkische Regierungspartei AKP hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Kindern unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Medien untersagen soll. Damit schließt sich die Türkei einer wachsenden Zahl von Ländern an, die angesichts der Risiken für Kindergesundheit und -sicherheit im digitalen Raum handeln. Australien und mehrere europäische Staaten haben ähnliche Regelungen bereits eingeführt oder planen entsprechende Schritte.

Der Entwurf verpflichtet Anbieter sozialer Medien, Systeme zur Altersverifizierung einzurichten und Eltern Kontrollwerkzeuge bereitzustellen. Jugendliche über 15 Jahren sollen Zugang zu separaten, sichereren Diensten erhalten. Schädliche Inhalte müssen in Notfällen innerhalb einer Stunde entfernt werden.

Hohe Bußgelder bei Verstößen

Unternehmen, die gegen die neuen Vorschriften verstoßen, drohen empfindliche Strafen: Bußgelder von bis zu 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder Bandbreitenbeschränkungen können verhängt werden. Die stellvertretende AKP-Fraktionsvorsitzende Leyla Sahin Usta erklärte, Plattformen hätten sechs Monate Zeit, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen. Auch ausländische Anbieter von Online-Spielen sind betroffen und müssen künftig ihre Spiele mit Alterskennzeichnungen versehen.

Die Türkei gilt bereits heute als eines der Länder mit der strengsten Social-Media-Regulierung weltweit. Behörden verhängen regelmäßig Löschungsanordnungen und Zugangssperren gegen Plattformen. Laut einem Bericht der lokalen Zensurobservatoriums IFOD sind derzeit rund 1,2 Millionen Webseiten und Social-Media-Beiträge im Land gesperrt.

Für deutsche Anleger, die in globale Tech- und Social-Media-Konzerne investiert sind, verdeutlicht der türkische Vorstoß einen weltweiten Regulierungstrend. Plattformen wie Meta, TikTok oder Snapchat stehen in immer mehr Märkten unter zunehmendem Druck, den Jugendschutz zu stärken. Die steigenden Compliance-Kosten und drohenden Bußgelder könnten langfristig auf die Margen dieser Unternehmen drücken.

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