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Türkische Zentralbank plant keine Zinssenkungen

Hohe Inflation zwingt zu restriktiver Geldpolitik bis auf Weiteres

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Türkische Zentralbank plant keine Zinssenkungen

Die hohe Inflation stellt in der Türkei derzeit das zentrale wirtschaftliche Problem dar. Vor diesem Hintergrund hat Cevdet Akcay, der stellvertretende Chef der türkischen Nationalbank, klargestellt, dass eine Zinssenkung momentan nicht zur Diskussion steht. In einem Interview, das am Freitag veröffentlicht wurde, äußerte Akcay, dass ein Zinssenkungszyklus „zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht einmal in Betracht gezogen“ werde. Dies war sein erstes Interview seit seiner Ernennung durch Präsident Recep Tayyip Erdogan vor einem Jahr.

Akcay wies darauf hin, dass die Zentralbank derzeit bemüht ist, sowohl Unternehmer als auch Verbraucher davon zu überzeugen, dass sie ihre strikte geldpolitische Haltung beibehalten wird, bis die Inflation nachhaltig gesenkt werden kann. Die Gefahr einer vorzeitigen Lockerung der Geldpolitik und einer damit verbundenen „erneuerten Inflationsdynamik“ sei derzeit größer als das Risiko, zu lange mit einer Anpassung der Geldpolitik zu warten.

Die Äußerungen des Notenbankers dürften die Hoffnungen dämpfen, dass die Zentralbank im vierten Quartal 2024 eine Lockerung der Geldpolitik einleiten könnte. Während einige Analysten sogar eine Zinssenkung bereits für September prognostizieren, betont Akcay die Notwendigkeit einer vorsichtigen Herangehensweise. Die Zentralbank hielt den geldpolitischen Schlüsselsatz in dieser Woche bei 50 Prozent, während die Teuerungsrate zuletzt bei 71,6 Prozent lag, trotz einer leichten Abschwächung. Die Notenbank rechnet jedoch damit, dass die Preise im Laufe der zweiten Jahreshälfte nicht mehr so stark steigen werden. Hatice Karahan, Vizechefin der Zentralbank, prognostizierte, dass die Teuerungsrate bis zum Jahresende auf etwa 38 Prozent sinken könnte.

Die Zentralbank zeigt sich auch bereit, die Geldpolitik weiter zu straffen, falls sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unerwartet verschlechtern. Seit Juni 2023 hat die Zentralbank den Leitzins mit Billigung von Staatspräsident Erdogan um 41,50 Prozentpunkte angehoben. Diese Maßnahme steht im Kontrast zur früheren Praxis, bei der die Zentralbank auf Erdogans Anordnung hin versucht hatte, die Wirtschaft durch eine expansive Geldpolitik anzukurbeln.

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