TSMC hebt Umsatzprognose an und setzt auf KI-Nachfrage
Trotz geopolitischer Unsicherheiten durch den Iran-Krieg zeigt sich der weltgrößte Auftragschiphersteller so zuversichtlich wie nie zuvor.

Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) hat seine Umsatzprognose für das laufende Jahr angehoben und signalisiert trotz des Krieges im Iran ungebrochene Zuversicht hinsichtlich der weltweiten Nachfrage nach künstlicher Intelligenz. Der Konzern erwartet nun ein Umsatzwachstum von mehr als 30% auf Dollarbasis – eine Steigerung gegenüber der früheren Schätzung von rund 30%.
TSMC ist der wichtigste Auftragsfertiger für Halbleiter weltweit und produziert Chips für Technologiegiganten wie Nvidia und Apple. Das Unternehmen nimmt damit eine Schlüsselrolle in der globalen KI-Infrastruktur ein, da nahezu alle führenden KI-Beschleuniger-Chips bei TSMC gefertigt werden.
Investitionen auf Rekordniveau
Der Chiphersteller gab bekannt, dass seine Investitionsausgaben für das laufende Jahr das obere Ende der im Januar angekündigten Spanne von 52 bis 56 Milliarden US-Dollar erreichen werden. Dies entspricht einem der größten Investitionsprogramme in der Geschichte des Unternehmens und unterstreicht den Willen, die Produktionskapazitäten massiv auszubauen.
TSMC-Vorstandsvorsitzender C. C. Wei erklärte, das Unternehmen habe sich bei seinen Kunden bezüglich der KI-Nachfrage rückversichert. Die Kunden hätten dem Chiphersteller bestätigt, dass die Nachfrage weiterhin stark sei. Dies habe TSMC dazu veranlasst, Investitionen zu beschleunigen – unter anderem durch den Bau weiterer Reinräume, in denen Halbleiter unter staubfreien Bedingungen produziert werden.
Rekordmarge trotz Schwäche im Smartphone-Segment
Im ersten Quartal erzielte TSMC eine Bruttomarge von 66% – den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren, wie Daten von S&P Global Market Intelligence belegen. Dieser Wert zeigt, wie profitabel das Unternehmen trotz eines herausfordernden Umfelds operiert.
Allerdings verlief nicht alles reibungslos: Im Smartphone-Geschäft verzeichnete TSMC im Vergleich zum Vorquartal einen Rückgang von 11%. Dieses Segment leidet unter einer schwächeren Konsumnachfrage, die das Wachstum im lukrativeren KI- und Hochleistungsrechner-Bereich jedoch nicht aufwiegen konnte.
Geopolitische Risiken, insbesondere mögliche Lieferkettenunterbrechungen infolge des Iran-Krieges, spielte das Unternehmen ausdrücklich herunter. TSMC betonte stattdessen die Stärke der KI-getriebenen Nachfrage als dominierenden Faktor für die eigene Geschäftsentwicklung.
Für deutsche Anleger und Technologiebeobachter ist TSMC ein zentraler Indikator für den Zustand der globalen Halbleiterindustrie. Die optimistischen Signale aus Taiwan dürften auch Auswirkungen auf europäische Zulieferer und Ausrüster der Chipbranche haben, die eng mit dem Produktionszyklus des taiwanischen Konzerns verknüpft sind.
