Trumps Auslands-Lizenzeinnahmen verdoppeln sich auf 59 Millionen Dollar
Neue Finanzoffenlegung zeigt: Trump verdient massiv an ausländischen Immobilienprojekten – Ethik-Wächter schlagen Alarm.

Präsident Donald Trump hat im vergangenen Kalenderjahr rund 59 Millionen Dollar aus Immobilien-Lizenzgeschäften im Ausland eingenommen. Das geht aus seiner jüngsten Finanzoffenlegung hervor, die fast tausend Seiten umfasst und ein Gesamteinkommen von mehr als 2 Milliarden Dollar ausweist. Die Einnahmen aus den internationalen Lizenzgeschäften haben sich damit nahezu verdoppelt – und umfassen nun auch Projekte in Katar und Rumänien.
Der Bericht listet insgesamt 15 Immobilienprojekte im Ausland auf, die im Jahr 2025 jeweils Lizenzeinnahmen von etwa 1 Million Dollar oder mehr erzielt haben. Zusammengenommen brachten diese Unternehmungen im Laufe des Jahres Einnahmen in Höhe von rund 59 Millionen Dollar ein. Die Offenlegung deckt das vergangene Kalenderjahr ab und gibt damit einen umfassenden Einblick in die internationale Geschäftstätigkeit des amtierenden US-Präsidenten.
Ethik-Wächter äußern ernste Bedenken
Die wachsenden Auslandseinnahmen stoßen bei Ethik-Wächtern auf erhebliche Kritik. Sie äußern „ernste Bedenken" über die Auslandsgeschäfte des Präsidenten, da diese potenzielle Interessenkonflikte zwischen Trumps privaten Geschäftsinteressen und seiner Rolle als Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten aufwerfen. Besonders die Einbeziehung von Ländern wie Katar und Rumänien – beides Staaten mit eigenen geopolitischen Interessen gegenüber den USA – steht dabei im Fokus der Kritik.
Das Prinzip der sogenannten „Emoluments Clause" der US-Verfassung verbietet es amtierenden Präsidenten grundsätzlich, finanzielle Vorteile von ausländischen Regierungen oder staatlichen Stellen anzunehmen. Ob und inwieweit Lizenzeinnahmen aus privaten Immobilienprojekten darunter fallen, ist seit Trumps erster Amtszeit ein wiederkehrender rechtlicher und politischer Streitpunkt.
Gesamteinkommen übersteigt zwei Milliarden Dollar
Die Gesamtoffenlegung ist mit fast tausend Seiten außergewöhnlich umfangreich. Das ausgewiesene Gesamteinkommen von mehr als 2 Milliarden Dollar verdeutlicht das Ausmaß von Trumps Geschäftstätigkeit, die er trotz seiner Präsidentschaft nicht vollständig aufgegeben hat. Für deutsche Beobachter ist dies bemerkenswert: In Deutschland und den meisten europäischen Ländern wären derartige Interessenverflechtungen zwischen politischem Amt und privatem Unternehmertum kaum mit den geltenden Transparenz- und Unvereinbarkeitsregeln vereinbar.
Die Lizenzgeschäfte im Immobilienbereich funktionieren so, dass der Trump-Konzern seinen Namen und seine Marke an Bauprojekte im Ausland vergibt und dafür Lizenzgebühren erhält – ohne notwendigerweise direkt in die Projekte investiert zu sein. Dieses Geschäftsmodell ermöglicht es, Einnahmen aus Ländern zu erzielen, mit denen die USA teils komplexe diplomatische Beziehungen unterhalten.
Die Debatte um Trumps Auslandsgeschäfte dürfte angesichts der nun veröffentlichten Zahlen erneut an Fahrt gewinnen. Ethik-Organisationen und Oppositionspolitiker fordern seit Langem mehr Transparenz und klare gesetzliche Regelungen, um Interessenkonflikte im höchsten Staatsamt zu verhindern.
