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Trump-Put: Wie viel Marktschmerz ist noch nötig?

Capital Economics analysiert, unter welchen Bedingungen Trump erneut auf Marktdruck reagieren würde – die Schwelle ist noch nicht erreicht.

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Trump-Put: Wie viel Marktschmerz ist noch nötig?

Die globalen Anleihemärkte geraten zunehmend unter Druck, und auch die Aktienmärkte beginnen zu wanken. Doch laut dem Analysehaus Capital Economics ist der sogenannte „Trump-Put" noch weit davon entfernt, ausgelöst zu werden. Der Begriff beschreibt die Erwartung von Marktteilnehmern, dass US-Präsident Donald Trump bei einem starken Kurseinbruch seine Wirtschaftspolitik abschwächt oder zurückrudert – ähnlich wie beim historischen „Fed-Put" der US-Notenbank.

Jonas Goltermann, Chefökonom für Märkte bei Capital Economics, argumentiert in einer aktuellen Mitteilung, dass gemessen an der sogenannten „Liberation Day"-Episode im vergangenen Frühjahr „die Marktbedingungen möglicherweise noch erheblich schlechter werden müssten, um einen ähnlichen umfassenden Rückzug zu bewirken". Damals hatte ein Rückgang des S&P 500 von rund 20 Prozent letztlich eine politische Reaktion ausgelöst.

Aktuelle Stressindikatoren noch weit von April-Panik entfernt

Capital Economics nennt mehrere konkrete Gründe, warum das derzeitige Marktstressniveau die Schwelle vom letzten April noch nicht erreicht hat. Zwar hat die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen den höchsten Stand seit 2007 erreicht – doch der entscheidende Unterschied liegt im Tempo des Anstiegs. Die Renditen sind bei weitem nicht so schnell gestiegen wie während der April-Episode.

Goltermann erläutert zudem, dass sich die Swap-Spreads nicht wesentlich ausgeweitet haben und der US-Dollar weitgehend im Einklang mit den Zinsdifferenzen gehandelt wird. Auch die implizite Volatilität von Optionen – ein wichtiger Gradmesser für die Nervosität an den Märkten – zieht zwar an, liegt aber immer noch deutlich unter den panikgetriebenen Höchstständen vom vergangenen April.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Capital Economics stellt fest, dass die höheren Anleiherenditen derzeit eher Erwartungen einer strafferen Geldpolitik widerspiegeln als sogenannte Laufzeitprämieneffekte. Dies deutet darauf hin, dass die Glaubwürdigkeit der US-Wirtschaftspolitik nicht im gleichen Maße infrage steht wie noch vor einem Jahr – ein beruhigendes Signal für die Märkte.

S&P 500 nahe Allzeithoch – der entscheidende Faktor

Der vielleicht wichtigste Indikator ist der Zustand des US-Aktienmarkts selbst. Der S&P 500 notiert derzeit nicht weit von seinen Allzeithochs entfernt. Im April des Vorjahres war es erst der drastische Einbruch von rund 20 Prozent, der eine politische Reaktion hervorrief. Solange der Aktienmarkt keine vergleichbaren Verluste verzeichnet, fehlt der entscheidende Auslöser für den „Trump-Put".

Capital Economics weist zudem auf eine interessante psychologische Dynamik hin, die die Lage zusätzlich verkompliziert: Der weit verbreitete Glaube unter Anlegern, dass Trump bei einem starken Marktabverkauf einlenken würde, könnte selbst die Besorgnis über Worst-Case-Szenarien dämpfen. Diese Erwartungshaltung wirkt also wie eine Art selbsterfüllende Prophezeiung – sie verhindert möglicherweise genau den Ausverkauf, der nötig wäre, um die politische Reaktion auszulösen.

Das Fazit von Capital Economics ist eindeutig: „Ein größerer Ausverkauf wäre erforderlich, um den Trump-Put zu aktivieren." Für Anleger bedeutet dies, dass die aktuelle Marktlage zwar angespannt ist, aber noch keinen Wendepunkt in der US-Wirtschaftspolitik signalisiert. Die Schwelle für ein politisches Einlenken liegt offenbar deutlich höher als das aktuelle Stressniveau vermuten lässt.

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