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Trump droht Republikanerin Boebert mit Vorwahl-Herausforderer nach Massie-Auftritt

US-Präsident Trump wendet sich gegen eine bisherige Verbündete, nachdem sie Wahlkampf für seinen parteiinternen Widersacher Thomas Massie machte.

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Trump droht Republikanerin Boebert mit Vorwahl-Herausforderer nach Massie-Auftritt

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag der erzkonservativen Abgeordneten Lauren Boebert mit einer Herausforderung bei den Vorwahlen gedroht. Auslöser war Boeberts Wahlkampfauftritt für den Kongressabgeordneten Thomas Massie in dessen Wahlbezirk in Kentucky – einen Mann, den Trump als seinen erklärten Gegner im Kongress betrachtet.

„Boebert macht Wahlkampf für den schlechtesten ‚republikanischen' Kongressabgeordneten in der Geschichte unseres Landes, Thomas Massie aus dem großartigen Commonwealth Kentucky, und jeder, der so dumm sein kann, verdient einen ordentlichen Vorwahlkampf!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Damit richtete sich der Präsident erstmals öffentlich gegen eine Abgeordnete, die bislang als treue Verbündete galt.

Trump legte in seinem Post noch nach und fragte direkt: „Ist jemand daran interessiert, gegen die willensschwache Lauren Boebert im vierten Kongresswahlbezirk von Colorado anzutreten? Lassen Sie es mich einfach wissen oder verkünden Sie Ihre Kandidatur, und ich werde für Sie da sein!" Eine deutlichere Drohung ist in der amerikanischen Innenpolitik kaum vorstellbar – Trumps Unterstützung bei Vorwahlen gilt als entscheidender Faktor.

Boebert zeigt sich unbeeindruckt

Die Abgeordnete aus Colorado reagierte gelassen auf die Attacke ihres Präsidenten. Auf der Plattform X schrieb Boebert: „Ja, ich habe den Post des Präsidenten gesehen. Nein, ich bin weder wütend noch beleidigt. Ich kannte die Risiken, als ich zustimmte, meinem Freund Thomas Massie beizustehen. Ich war und werde ‚America First', ‚America Always' und MAGA bleiben." Damit signalisierte sie, trotz des Konflikts weiterhin zur MAGA-Bewegung zu stehen.

Trumps Social-Media-Post erfolgte nur Stunden, nachdem Boebert ihre Wahlkampfauftritte für Massie absolviert hatte. Der Zeitpunkt war kein Zufall: Massie tritt bereits am kommenden Dienstag in der republikanischen Vorwahl in Kentucky gegen den von Trump unterstützten Herausforderer Ed Gallrein an, einen ehemaligen Navy SEAL.

Massie als Trumps parteiinterner Widersacher

Thomas Massie gilt als einer der eigenwilligsten Republikaner im US-Kongress. Trump hat geschworen, Massie zu entmachten – denn der Abgeordnete aus Kentucky hat dem Präsidenten bei wichtigen Gesetzesvorhaben und in der Frage eines möglichen Iran-Krieges die Stirn geboten. Zudem leitete Massie die Bemühungen seiner Partei, Regierungsakten über den verstorbenen Finanzier und verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu veröffentlichen.

Das Bestreben des Präsidenten, Massie bei der Vorwahl zu stürzen, wird von Beobachtern als Test für Trumps Einfluss innerhalb der Republikanischen Partei gewertet. Gelingt es ihm, einen langjährigen Abgeordneten durch gezielte Unterstützung eines Gegenkandidaten aus dem Amt zu drängen, würde das seine Dominanz über die Partei eindrucksvoll unterstreichen.

Der Fall Boebert zeigt dabei, wie eng die Grenzen der parteiinternen Loyalität unter Trump gezogen sind. Wer sich – selbst aus persönlicher Freundschaft – gegen den Willen des Präsidenten stellt, riskiert umgehend dessen öffentliche Feindschaft und die Unterstützung eines Gegenkandidaten. Die Vorwahl in Kentucky am Dienstag wird zeigen, wie stark Trumps Einfluss auf die republikanische Basis tatsächlich ist.

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