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Trump: Anthropic ist keine nationale Sicherheitsbedrohung mehr

US-Präsident Trump rudert zurück und lobt Anthropic-CEO Amodei für schnelle und verantwortungsvolle Reaktion auf Exportkontrollvorgaben.

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Trump: Anthropic ist keine nationale Sicherheitsbedrohung mehr

US-Präsident Donald Trump hat das KI-Unternehmen Anthropic in einem Interview mit „The Axios Show" vom Freitag nicht länger als Bedrohung für die nationale Sicherheit eingestuft. Noch in der Vorwoche hatte Trump das Unternehmen möglicherweise in dieser Kategorie gesehen – nun zieht er diese Einschätzung zurück. Der Kurswechsel kommt nach einer Reihe von Gesprächen zwischen der Trump-Regierung und Anthropic über den Zugang ausländischer Akteure zu den fortschrittlichsten KI-Modellen des Unternehmens.

Im Mittelpunkt des Streits standen Anthropics Modelle „Fable 5" und „Mythos 5". Die Trump-Regierung hatte Anthropic angewiesen, ausländischen Staatsbürgern den Zugriff auf diese Systeme zu verweigern. Daraufhin sperrte das Unternehmen den Zugang zu diesen Modellen für alle Nutzer weltweit. Hochrangige technische Mitarbeiter von Anthropic sollten sich Anfang dieser Woche mit Vertretern der Regierung treffen, um den Streit beizulegen.

Trumps Lob für Anthropic-Chef Amodei

Trump äußerte sich im Axios-Interview ausdrücklich positiv über Anthropic-CEO Dario Amodei. Dieser habe „sehr schnell" und „verantwortungsbewusst" auf die Exportkontrollrichtlinie der Regierung reagiert, so Trump. Auf die direkte Frage, ob er Anthropic oder Amodei als Bedrohung für die nationale Sicherheit betrachte, antwortete Trump: „Nun, jetzt nicht mehr, aber vor einer Woche vielleicht."

Trump und andere G7-Staatschefs trafen sich in dieser Woche auf einem Gipfel in Frankreich mit Technologie-Chefs – darunter auch Amodei. Das Treffen dürfte zur Entspannung der Lage beigetragen haben. Dennoch schloss Trump im Axios-Interview nicht aus, Notfallbefugnisse im Rahmen des sogenannten Defense Production Act (DPA) gegen Anthropic einzusetzen.

Defense Production Act als Druckmittel im Hintergrund

Der Defense Production Act ist ein US-Bundesgesetz, das dem Präsidenten weitreichende Befugnisse gibt, die Industrie im Interesse der nationalen Sicherheit zu steuern. Trump ließ offen, ob er dieses Instrument tatsächlich einsetzen würde. „Ich habe die Macht, viele Dinge einzusetzen", sagte Trump mit Blick auf den DPA. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob ich das tun muss."

Anthropic selbst reagierte diplomatisch auf Trumps Aussagen. Ein Unternehmenssprecher erklärte: „Wir sind der Regierung für ihre fortlaufende Partnerschaft dankbar, um diese Angelegenheit so schnell wie möglich zu klären. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, gemeinsam mit ihr an unseren gemeinsamen Zielen zu arbeiten: dem Schutz kritischer Infrastrukturen und der Sicherstellung der US-Führungsrolle im Bereich der KI."

Der Fall Anthropic zeigt exemplarisch, wie stark die US-Regierung unter Trump bereit ist, in den KI-Sektor einzugreifen. Exportkontrollen für KI-Modelle sind ein zunehmend sensibles Thema im geopolitischen Wettbewerb – insbesondere mit Blick auf China. Für deutsche und europäische Beobachter verdeutlicht der Vorfall, dass selbst führende amerikanische KI-Unternehmen nicht vor staatlichem Druck gefeit sind.

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