Treasury Wine streicht Dividende nach massiver Abschreibung in den USA
Australischer Weinkonzern verzeichnet ersten Halbjahresverlust seit 2011 und setzt Ausschüttung aus.

Der australische Weinproduzent Treasury Wine Estates hat seine Zwischendividende gestrichen, nachdem eine massive Wertminderung auf das US-Geschäft zu einem Nettoverlust von 649,4 Millionen australischen Dollar (460 Millionen US-Dollar) geführt hat. Die Aktie des Penfolds-Eigentümers brach am Montag um 4,4 Prozent ein, nachdem sie im Tagesverlauf zeitweise sogar 7 Prozent verloren hatte. Seit Jahresbeginn 2025 hat sich der Aktienkurs mehr als halbiert.
Das Unternehmen, das zu den fünf größten Weinproduzenten weltweit zählt, nahm eine Abschreibung von 770,5 Millionen australischen Dollar auf seine US-Vermögenswerte vor. Dies markiert den ersten Halbjahresverlust seit der Abspaltung von der Foster's-Gruppe im Jahr 2011. Die Belastungen zeigen sich auch im operativen Geschäft: Das Betriebsergebnis sackte um 40 Prozent auf 236,4 Millionen australische Dollar ab, während der Umsatz um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden australische Dollar zurückging.
Sinkende Nachfrage belastet Geschäft
Treasury Wine kämpft mit der schwachen Nachfrage in seinen wichtigsten Märkten China und den USA. Verbraucher schränken ihren Alkoholkonsum ein und leiden unter gestiegenen Lebenshaltungskosten. Zusätzlich belasten Vertriebsprobleme in Kalifornien, einem Schlüsselmarkt für das Unternehmen, das Geschäft. In China hat Treasury zudem mit Parallelimporten zu kämpfen, bei denen Premiumweine wie Penfolds von Drittanbietern deutlich günstiger als bei autorisierten Händlern verkauft werden.
Um gegenzusteuern, kündigte das Unternehmen im Dezember ein Kostensenkungsprogramm an. In den kommenden zwei bis drei Jahren sollen die jährlichen Ausgaben um 100 Millionen australische Dollar reduziert werden. Gleichzeitig will Treasury die Lagerbestände in den Vertriebskanälen abbauen, um die Preise zu stabilisieren und die Markenstärke wiederherzustellen. Nach Unternehmensangaben macht dieser Plan gute Fortschritte.
Dividendenstopp zur Schuldenreduzierung
Die Aussetzung der Zwischendividende soll helfen, Kapital zu erhalten und die Verschuldung in den Zielbereich zurückzuführen. Analysten von Jefferies bezeichneten diesen Schritt als "vernünftig". Im Vorjahreszeitraum hatte Treasury noch 20 australische Cents je Aktie ausgeschüttet. Finanzvorstand Stuart Boxer erklärte in einer Analystenkonferenz, das Unternehmen konzentriere sich auf Schuldenabbau und die Steigerung des Cashflows. Zur Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen sei es "zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, um Aussagen über den Zeitplan zu treffen". Die endgültige Entscheidung liege beim Vorstand.
