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Traxtion investiert Milliarden in Afrikas boomenden Schienengüterverkehr

Der südafrikanische Bahnbetreiber Traxtion setzt auf Rohstoffboom und Eisenbahnreformen – mit einem Investitionsprogramm von 3,4 Milliarden Rand.

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Traxtion investiert Milliarden in Afrikas boomenden Schienengüterverkehr

HARARE – Der südafrikanische Schienenverkehrsdienstleister Traxtion positioniert sich gezielt, um von einem regionalen Rohstoffboom und weitreichenden Eisenbahnreformen auf dem afrikanischen Kontinent zu profitieren. CEO James Holley erklärte am Freitag gegenüber Reuters, dass die Öffnung staatlicher Güterverkehrsnetze für private Unternehmen eine historische Chance darstelle.

Traxtion gilt als einer der größten privaten Güterbahnbetreiber Afrikas. Bereits im Dezember kündigte das Unternehmen ein umfangreiches Investitionsprogramm für Schienenfahrzeuge im Wert von 3,4 Milliarden Rand an. Ziel ist es, die eigenen Kapazitäten auszubauen und die laufenden Bahnreformen in einer Region zu unterstützen, die kritische Mineralien wie Kupfer und Lithium in die Weltmärkte exportiert. Konkret umfasst das Programm die Beschaffung von 46 Lokomotiven sowie 920 Waggons.

„Die Tatsache, dass wir diese Investition angekündigt haben, sagt alles über unser Vertrauen in die Entwicklung des Schienengüterverkehrssektors in Südafrika und in der Region aus", sagte Holley.

Südafrikas Open-Access-Modell als Blaupause

Südafrika öffnet sein staatliches Schienengüternetz schrittweise für private Betreiber – über ein sogenanntes Open-Access-Modell. Dieses erlaubt es privaten Unternehmen, Züge auf der staatlichen Infrastruktur zu betreiben, um Kapazität, Effizienz und private Investitionen in die Bahnlogistik zu steigern. Für Traxtion eröffnet dieses Modell direkte Geschäftsmöglichkeiten im Heimatmarkt.

Doch Südafrika ist nicht allein. Mehrere rohstoffreiche Länder, in denen Traxtion bereits aktiv ist, vollziehen ähnliche Reformen: Angola, die Demokratische Republik Kongo, Sambia, Mosambik und Simbabwe öffnen ihre Schienengüternetze ebenfalls für private Unternehmen – häufig über Konzessionsmodelle, die den Rohstoffexport ankurbeln sollen.

Milliardenschwere Konzessionen prägen die Region

Die Reformdynamik in der Region ist beeindruckend. Angola vergab eine 30-jährige Konzession für den strategisch bedeutsamen Lobito-Korridor an ein von Trafigura geführtes Konsortium. Die Demokratische Republik Kongo erteilte dem Baukonzern Mota-Engil eine Konzession zur Modernisierung der Schieneninfrastruktur, um kongolesische Minen mit dem Lobito-Korridor zu verbinden.

Auch die TAZARA-Verbindung zwischen Tansania und Sambia wird modernisiert – durch eine von China unterstützte Konzession im Wert von 1,4 Milliarden US-Dollar. Simbabwe verfolgt seinerseits ein Bahnmodernisierungsprogramm im Wert von 533 Millionen US-Dollar gemeinsam mit der China Railway International Group. Diese Investitionen verdeutlichen, welch strategische Bedeutung dem Schienenverkehr für die Rohstofflogistik Afrikas zukommt.

Holley betonte jedoch, dass das regionale bahnpolitische Umfeld noch weiter verbessert werden müsse. Nur so könnten private Betreiber ausreichend Finanzmittel beschaffen und ein vernetztes, zwischenstaatliches Netz aufbauen, das Effizienz steigert und Kosten senkt.

„Diese Konsolidierung der Open-Access-Politik in der gesamten Region ist ein grundlegender Wandel in der Art und Weise, wie Fracht transportiert wird", so Holley abschließend. Für Investoren, die den afrikanischen Rohstoff- und Infrastruktursektor im Blick haben, dürfte die Entwicklung bei Traxtion ein wichtiger Indikator für den Reifegrad des Marktes sein.

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