Tomra Systems verfehlt Gewinnerwartungen wegen schwachem Recycling-Geschäft
Der norwegische Sensorkonzern Tomra enttäuscht im ersten Quartal mit einem bereinigten EBITA von 35% unter den Prognosen.

Tomra Systems ASA (OSE: TOM) hat am Freitag seine Ergebnisse für das erste Quartal 2026 vorgelegt – und die Zahlen enttäuschten auf breiter Front. Das bereinigte EBITA lag mit EUR 26 Millionen rund 35% unter den Analystenerwartungen. Damit verfehlte der norwegische Sensorhersteller eine der wichtigsten Kennzahlen deutlich.
Der Konzernumsatz belief sich auf EUR 334 Millionen, was einem Anstieg von 9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings lag auch dieser Wert etwa 2% unter den Konsensschätzungen der Analysten. Die Bruttomarge sank von 43% im Vorjahreszeitraum auf 40%, während das Bruttoergebnis insgesamt EUR 134 Millionen betrug – ein Plus von 3% gegenüber dem Vorjahr.
Recycling-Sparte als Hauptbelastungsfaktor
Das schwächste Glied in der Kette war eindeutig die Recycling-Sparte. Der Umsatz in diesem Segment brach um 19% auf EUR 37 Millionen ein. Noch gravierender: Die Sparte schrieb einen Verlust von EUR 5 Millionen bei einer negativen EBITA-Marge von minus 14%. Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte das Segment noch ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Niedrige Installationsvolumina und ein ungünstiger Produktmix belasteten die Ergebnisse – trotz frühzeitig eingeleiteter Kostensenkungsmaßnahmen.
Auch beim Auftragsbestand zeigt sich die Schwäche: Der Auftragsbestand im Recycling-Bereich fiel im Jahresvergleich um 20%. Das deutet darauf hin, dass die Probleme in diesem Segment kurzfristig anhalten könnten.
Im Gegensatz dazu entwickelten sich die anderen Geschäftsbereiche deutlich besser. Die Collection-Sparte – das Kerngeschäft rund um Pfandautomaten und Rücknahmesysteme – erzielte einen Umsatz von EUR 208 Millionen, ein Plus von 12% gegenüber dem Vorjahr. Das EBITA in diesem Segment stieg um 10% auf EUR 33 Millionen bei einer soliden Marge von 16%.
Food und Horizon mit positivem Trend
Auch der Bereich Food zeigte eine erfreuliche Entwicklung. Der Umsatz stieg um 13% auf EUR 79 Millionen, das EBITA wuchs sogar um 33% auf EUR 4 Millionen bei einer Marge von 6%. Der Auftragsbestand im Food-Segment legte im Jahresvergleich um 10% zu – ein Zeichen für widerstandsfähige Nachfrage in diesem Bereich.
Das jüngste Segment Horizon verzeichnete ebenfalls starkes Wachstum: Der Umsatz verdoppelte sich mehr als auf EUR 10 Millionen. Damit liefert Horizon einen zunehmend relevanten Beitrag zum Konzernportfolio.
Für das zweite Quartal gibt das Unternehmen einen vorsichtigen Ausblick. Im Recycling-Bereich erwartet Tomra eine Konversionsrate von 50% bei einem im Vergleich zum ersten Quartal verbesserten Produktmix. Für den Food-Bereich wird eine Konversionsrate von 70% erwartet, allerdings bei einem ähnlich hohen Anteil margenschwächerer Geräte von Drittanbietern wie im ersten Quartal.
Gemischtes Bild für Anleger
Für Investoren ergibt sich damit ein gemischtes Bild. Während das Kerngeschäft mit Pfandautomaten und der Lebensmittelbereich stabile bis wachsende Ergebnisse liefern, bleibt die Recycling-Sparte ein erheblicher Belastungsfaktor. Die Kombination aus rückläufigem Auftragsbestand, negativer Marge und schwachen Installationsvolumina im Recycling-Segment dürfte die Aufmerksamkeit der Analysten in den kommenden Quartalen auf sich ziehen. Tomra steht damit vor der Herausforderung, die Schwäche in einem seiner wichtigen Wachstumssegmente zu überwinden, während andere Bereiche des Konzerns solide performen.
