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Thailands Inflation steigt im September auf 2,82 Prozent

Höhere Kraftstoff- und Lebensmittelkosten treiben die Teuerung, doch die Rate bleibt unter den Markterwartungen.

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Thailands Inflation steigt im September auf 2,82 Prozent

Die thailändische Inflationsrate ist im September auf 2,82 Prozent im Jahresvergleich gestiegen. Das teilte das Handelsministerium am Dienstag in Bangkok mit. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb gegenüber dem Vormonat August, in dem die Teuerungsrate bei 2,53 Prozent gelegen hatte.

Trotz des Anstiegs blieb die Inflationsrate hinter den Markterwartungen zurück. In einer Reuters-Umfrage hatten Ökonomen im Schnitt mit 3,06 Prozent gerechnet. Der tatsächliche Wert liegt damit spürbar unter der Prognose. Dennoch bewegt sich die Rate weiterhin innerhalb des Zielkorridors der thailändischen Zentralbank von 1 bis 3 Prozent.

Als Haupttreiber für den Preisanstieg identifizierte das Ministerium höhere Kosten für Kraftstoffe und Lebensmittel. Die jüngsten Überschwemmungen im Land dürften laut Einschätzung der Behörde nur geringe Auswirkungen auf die Inflation haben. Für deutsche Anleger ist dies ein wichtiger Hinweis, da Thailand als aufstrebende Volkswirtschaft stark von Energie- und Nahrungsmittelpreisen abhängt.

Ausblick und Prognoseanpassung

Nantapong Chiralerspong, Leiter des Trade Policy and Strategy Office, erklärte, dass für das vierte Quartal mit einem weiteren Anstieg der Inflationsrate zu rechnen sei. Das Tempo dürfte sich bereits im Oktober beschleunigen. Vor diesem Hintergrund hat das Ministerium seine Inflationsprognose für das Jahr 2026 angepasst. Die neue Spanne liegt bei 1,8 bis 2,2 Prozent, zuvor hatte sie 1,5 bis 2,5 Prozent betragen. Mit der Anpassung sollen die Auswirkungen der Flutkatastrophe berücksichtigt werden.

Im Zeitraum von Januar bis September lag die durchschnittliche Inflationsrate bei 1,54 Prozent. Damit bleibt die Teuerung im bisherigen Jahresverlauf moderat und deutlich unter dem Septemberwert. Die Kerninflation, die volatile Energie- und Frischlebensmittelpreise ausschließt, stieg im September um 1,50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser Wert entsprach weitgehend den Prognosen von 1,54 Prozent.

Geldpolitik bleibt im Fokus

Die Geldpolitik bleibt derweil ein zentrales Thema. Der stellvertretende Gouverneur der Zentralbank, Don Nakornthab, bezeichnete die aktuelle Ausrichtung als „sehr, sehr akkommodierend“. Die Notenbank hatte ihren Leitzins bei der letzten Überprüfung im August unverändert bei 1,00 Prozent belassen. Die nächste geldpolitische Sitzung ist für den 28. Oktober angesetzt.

Für Marktbeobachter ist die Kombination aus moderater Inflation und lockerer Geldpolitik von Bedeutung. Ein Leitzins von 1,00 Prozent gilt im internationalen Vergleich als niedrig und stützt die Konjunktur. Sollte die Inflation im vierten Quartal wie erwartet anziehen, könnte dies den Spielraum der Zentralbank für weitere Lockerungen einschränken. Die Sitzung am 28. Oktober dürfte daher mit Spannung verfolgt werden.

Zusammenfassend zeigt sich ein gemischtes Bild: Die Teuerung beschleunigt sich, bleibt aber im Zielband und unter den Erwartungen. Die Kerninflation ist stabil, während die Notenbank an ihrer expansiven Haltung festhält. Für Anleger mit Engagement in Thailand oder in Schwellenländer-Anleihen bleiben die weiteren Preisdaten und die geldpolitischen Signale aus Bangkok entscheidend.

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