Texas Instruments: Bank of America sieht 35% Kurspotenzial nach Quartalszahlen
Nach starken Q1-Zahlen und optimistischem Ausblick stuft die Bank of America Texas Instruments auf „Buy" hoch.

Die Bank of America hat ihre Einstufung für Texas Instruments von „Neutral" auf „Buy" angehoben und das Kursziel von 235 auf 320 US-Dollar erhöht. Das entspricht einem Aufwärtspotenzial von 35,4 % gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch. Auslöser für die positive Neubewertung sind starke Quartalszahlen und ein optimistischer Ausblick des Halbleiterherstellers.
Texas Instruments übertraf im ersten Quartal die Erwartungen der Analysten sowohl beim Gewinn als auch beim Umsatz. Die Aktie reagierte vorbörslich am Donnerstag mit einem Kurssprung von rund 9 %. Damit bestätigte das Unternehmen seine Rolle als einer der führenden Anbieter von Analogchips und eingebetteten Prozessoren weltweit.
Besonders bemerkenswert ist der Ausblick auf das zweite Quartal: Texas Instruments erwartet einen Gewinn je Aktie zwischen 1,77 und 2,05 US-Dollar. Der FactSet-Konsens lag zuvor lediglich bei 1,57 US-Dollar pro Aktie – die Prognose übertrifft die Markterwartungen damit deutlich.
Drei Wachstumstreiber im Fokus
BofA-Analyst Vivek Arya nannte drei zentrale Faktoren, die sein Vertrauen in Texas Instruments stärken. Erstens profitiert das Unternehmen von einem industriellen Aufschwung, einschließlich im Bereich Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung, wo Texas Instruments ein jährliches Geschäftsvolumen von über einer Milliarde US-Dollar erzielt. Zweitens wächst das Rechenzentrumsgeschäft rasant: Es macht bereits 11 % des Umsatzes aus und legte im Jahresvergleich um 90 % zu.
Als dritten Treiber sieht Arya die Investitionen der vergangenen drei Jahre in US-amerikanische Halbleiterfabriken. Diese könnten Texas Instruments in die Lage versetzen, in einem von Knappheit geprägten Chip-Umfeld Marktanteile zu gewinnen. „Die hochwertigen Vermögenswerte und die in den USA ansässigen Fertigungskapazitäten von TXN positionieren das Unternehmen gut in einem angespannten Chip-Umfeld", schrieb Arya.
Milliarden-Investitionen in US-Fertigung
Texas Instruments setzt auf einen massiven Ausbau der heimischen Halbleiterproduktion. Das Unternehmen plant die Finanzierung von sieben US-Halbleiterfertigungsanlagen an drei sogenannten Mega-Standorten in Texas und Utah – ein Investitionsprogramm im Gesamtvolumen von 60 Milliarden US-Dollar. Diese Strategie könnte sich in einem geopolitisch angespannten Umfeld als entscheidender Wettbewerbsvorteil erweisen.
Analyst Arya erwartet zudem, dass Texas Instruments nach dem Abschluss des großen Investitionszyklus nun deutlich mehr freien Cashflow generieren wird. „Da TXN den großen Investitionszyklus nun hinter sich hat, erwarten wir ein signifikantes Wachstum des freien Cashflows pro Aktie, getrieben durch ein beschleunigtes Umsatzwachstum aufgrund der Stärke in den Bereichen Industrie und Rechenzentrums-Stromversorgung", so Arya. Das Unternehmen geht zudem davon aus, seine Bilanz weiter zu stärken.
Gegen den Wall-Street-Konsens
Die positive Einschätzung der Bank of America steht im Widerspruch zur mehrheitlichen Meinung der Wall Street. Von den 40 Analysten, die Texas Instruments laut LSEG beobachten, empfehlen 22 die Aktie lediglich mit „Halten". Nur 14 Analysten sprechen eine Kaufempfehlung aus. Trotz dieser verhaltenen Gesamtstimmung hat die Aktie im vergangenen Jahr bereits rund 55 % zugelegt – ein Zeichen dafür, dass der Markt das Potenzial des Unternehmens zunehmend anerkennt.
