T-Mobile erhöht Dividende und investiert in KI-Technologie
Neue Plattform soll Kundenservice verbessern und Kündigungen durch KI-gestützte Angebote reduzieren

Das Telekommunikationsunternehmen T-Mobile US hat eine deutliche Erhöhung seiner Dividende bekanntgegeben. Im Rahmen einer Veranstaltung in San Francisco erklärte der CEO Mike Sievert, dass die Ausschüttungen pro Quartal um 35 Prozent auf 88 Cent steigen sollen. Dies wird vor allem der Deutschen Telekom zugutekommen, die mehr als die Hälfte der Anteile an T-Mobile hält. Sievert kündigte außerdem an, dass das Unternehmen bis 2027 bis zu 50 Milliarden Dollar für Dividenden und Aktienrückkäufe bereitstellen wird. Parallel dazu plant T-Mobile bis 2028 rund zwölf Millionen neue Kunden zu gewinnen.
Zusätzlich zu diesen Finanzplänen stellte Sievert mehrere Projekte vor, die auf Künstliche Intelligenz (KI) setzen. Ein zentraler Punkt ist die Einführung einer neuen Plattform namens IntentCX, die in Zusammenarbeit mit OpenAI entwickelt wird. Diese Plattform soll den Kundenservice verbessern, indem sie Kundenanfragen mit den vorhandenen Netzwerkinformationen verknüpft. Als Beispiel erklärte Sievert, dass die KI etwa erkennen könne, wenn ein Anruf eines Kunden kürzlich unterbrochen wurde, und darauf basierend gezielte Antworten liefern könne. Ziel ist es, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und Kündigungen zu reduzieren. Dafür soll die Plattform passende Angebote generieren, die auf den in der T-Mobile-App T-Life gespeicherten Daten basieren.
OpenAI-CEO Sam Altman versicherte während derselben Veranstaltung, dass sein Unternehmen die Daten von T-Mobile nicht für das Training eigener KI-Modelle nutzen werde. Neben OpenAI kooperiert T-Mobile auch mit Nvidia, Nokia und Ericsson, um die Netzqualität weiter zu verbessern. Diese Partnerschaften zielen darauf ab, den offenen Mobilfunknetzstandard Open Ran weiterzuentwickeln. Mithilfe von KI-Technologie soll dieser Standard leistungsfähiger und flexibler werden, sodass den Kunden jederzeit die bestmögliche Netzkapazität zur Verfügung steht.
T-Mobile konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich wachsen und verzeichnete im letzten Quartal 1,34 Millionen neue Vertragskunden, wodurch die Gesamtzahl erstmals die Marke von 100 Millionen überschritt. Dies spiegelte sich auch in den Umsätzen wider, die von April bis Juni fast 20 Milliarden Dollar betrugen. Trotz der positiven Entwicklungen und der Dividendenerhöhung reagierten die Anleger verhalten. Die Aktie verlor im Laufe des Tages um rund drei Prozent, was darauf hindeutet, dass höhere Erwartungen im Vorfeld der Ankündigungen bestanden.
