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Supermicro liefert Nvidia Vera Rubin Racks aus – Aktie steigt

Supermicro beginnt mit Auslieferung der Nvidia Vera Rubin NVL72-Racks – Aktie legt um 1,7 Prozent zu.

4 Min
Supermicro liefert Nvidia Vera Rubin Racks aus – Aktie steigt

Die Aktie von Super Micro Computer (Nasdaq: SMCI) ist am Mittwoch um 1,7 Prozent gestiegen. Auslöser war die Ankündigung des Unternehmens, mit der Auslieferung von Nvidia Vera Rubin NVL72-Racks begonnen zu haben. Die Racks sind in die firmeneigenen Data Center Building Block Solutions (DCBBS) sowie in die Direct-Liquid-Cooling-Technologie (Direktflüssigkeitskühlung) integriert.

Das in San Jose ansässige Unternehmen teilte mit, dass seine DCBBS nun die Computing-Infrastruktur für NVIDIA Vera Rubin NVL72-Implementierungen unterstützt. Die Lösung weist einen vollständigen Flüssigkeitskühlungs-Stack auf, der für die Plattform optimiert ist. Damit untermauert Supermicro seine Position als einer der führenden Anbieter von KI-Infrastruktur.

Die Details

Jedes NVIDIA Vera Rubin NVL72-Rack enthält 72 NVIDIA Rubin-GPUs und 36 NVIDIA Vera-CPUs in einem einzigen, flüssigkeitsgekühlten Rack. Die 18 Compute-Trays stellen 20,7 TB HBM4-Speicher und bis zu 54 TB LPDDR5X bereit. Der DCBBS-Blueprint von Supermicro definiert eine Stückliste (Bill of Materials) im Bereich von 5 MW bis hin zum Gigawatt-Maßstab, mit 1.152 GPUs und 331 TB HBM4 pro skalierbarer Einheit.

Supermicro bietet umfassende Integrationsdienstleistungen an. Dazu gehören Standortbewertungen, Projektplanung, Integration, Tests, Vor-Ort-Bereitstellung und laufende Unterstützung. Das Unternehmen fertigt Komponenten für die Flüssigkeitskühlung hauseigen, darunter Kaltplatten, Sammelrohre (Manifolds), Schlauchsets, Stromabgabeeinheiten für Racks, Cooling Distribution Units (CDU) und Kühltürme.

Die in-Reihen angeordneten Cooling Distribution Units sind mit einer Leistung von 1,8 MW pro CDU ausgelegt und werden mit N+1-Redundanz eingesetzt. Supermicro testet und validiert jedes Rack mit dem vollständigen Flüssigkeitskühlungs-Stack vor der Bereitstellung. Die NVIDIA Vera Rubin-Plattform wurde entwickelt, um mit der Direct-Liquid-Cooling-Technologie zusammenzuarbeiten und Effizienzgrade zu erreichen, die mit Luftkühlung allein nicht möglich wären.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 22. Juni 2026 berichtete aktien.news, dass die Supermicro-Aktie um 8 Prozent gesprungen war. Auslöser war damals die Vorstellung des „Data Center Building Block Solutions Blueprint" auf der ISC 2026 – einer Lösung für Hochleistungsrechnen auf Basis der NVIDIA Vera Rubin NVL4-Plattform. Der Blueprint vereinte bis zu 1.152 NVIDIA Rubin-GPUs und 576 NVIDIA Vera-CPUs in flüssigkeitsgekühlten Racks.

Nur einen Tag später, am 23. Juni 2026, legte die Aktie um 15,7 Prozent zu und führte die Gewinnerliste im S&P 500 an. Der Kurssprung fiel zeitlich mit dem Auftakt der ISC High Performance Conference in Hamburg zusammen, auf der Supermicro sein neues Konzept „Data Center Building Block Solutions" vorstellte.

Am 15. Juli 2026 berichtete aktien.news, dass NVIDIA-CEO Jensen Huang auf einer Entwicklerkonferenz in Tokio Berichte über angebliche Verzögerungen bei Vera Rubin entschieden zurückgewiesen hatte. „Vera Rubin befindet sich bereits in der Produktion. Riesige Produktionsmengen stehen bevor", erklärte er damals. Zuvor hatte das Analysehaus SemiAnalysis über Schwierigkeiten bei der Herstellung einer speziellen Leiterplatte berichtet.

Ebenfalls am 22. Juni 2026 hatte GF Securities die Supermicro-Aktie von „Hold" auf „Buy" hochgestuft und ein Kursziel von 48 US-Dollar festgelegt. Der Analyst begründete dies mit einem attraktiven Einstiegspunkt nach einem mehrwöchigen Ausverkauf, in dem die Aktie rund ein Viertel ihres Wertes eingebüßt hatte.

Was das für Anleger bedeutet

Die nun beginnenden Auslieferungen der Vera Rubin NVL72-Racks sind ein wichtiger Meilenstein für Supermicro. Nachdem die Aktie im Juni 2026 bereits zweistellige Kursgewinne verbucht hatte und Huang die Produktion von Vera Rubin bestätigte, folgt nun der nächste logische Schritt: die tatsächliche Auslieferung an die Kunden.

Für Anleger ist bemerkenswert, dass Supermicro nicht nur als Integrator auftritt, sondern zentrale Komponenten der Flüssigkeitskühlung selbst fertigt. Dies könnte dem Unternehmen einen Kosten- und Margenvorteil gegenüber Wettbewerbern verschaffen. Die hauseigene Fertigung von Kaltplatten, Sammelrohren, Schlauchsets, Stromabgabeeinheiten, Cooling Distribution Units und Kühltürmen zeigt, dass Supermicro tief in die Wertschöpfungskette der KI-Infrastruktur eingebunden ist.

Die Skalierbarkeit der DCBBS-Lösung von 5 MW bis hin zum Gigawatt-Maßstab spricht zudem für eine breite Adressierbarkeit des Marktes – von kleineren Rechenzentren bis hin zu hyperskaligen Betreibern. Die N+1-Redundanz der Cooling Distribution Units unterstreicht den Fokus auf Ausfallsicherheit, ein entscheidendes Kriterium für Rechenzentrumsbetreiber.

Ausblick

Mit dem Beginn der Auslieferungen der NVIDIA Vera Rubin NVL72-Racks hat Supermicro einen wichtigen Schritt in der Kommerzialisierung der nächsten KI-Generation vollzogen. Die NVIDIA Vera Rubin-Plattform befindet sich nach den Worten von Huang in der Produktion, und Supermicro ist als einer der ersten Partner mit auslieferungsfähigen Lösungen am Markt.

Die kommenden Quartalszahlen werden zeigen, inwieweit sich die Auslieferungen in Umsatz- und Gewinnwachstum niederschlagen. Angesichts der Skalierbarkeit der DCBBS-Lösung und der hauseigenen Fertigungstiefe bei der Flüssigkeitskühlung dürfte Supermicro gut positioniert sein, um von der steigenden Nachfrage nach KI-Recheninfrastruktur zu profitieren.

Kurz erklärt

  • Direct-Liquid-Cooling (Direktflüssigkeitskühlung): Eine Kühltechnologie für Rechenzentren, bei der Kühlflüssigkeit direkt an die wärmeerzeugenden Komponenten wie GPUs und CPUs geleitet wird, um eine effizientere Wärmeabfuhr als mit Luftkühlung zu erreichen.
  • HBM4-Speicher: High Bandwidth Memory der vierten Generation, ein besonders schneller Arbeitsspeicher, der direkt neben der GPU verbaut wird und extrem hohe Datenübertragungsraten für KI- und Hochleistungsrechenanwendungen ermöglicht.
  • N+1-Redundanz: Ein Auslegungskonzept für kritische Infrastruktur, bei dem ein zusätzliches Reservegerät vorgehalten wird, sodass bei Ausfall einer Komponente der Betrieb ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann.
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