Süss Microtec kämpft mit Exportproblemen
Verschärfte Ausfuhrregeln nach China belasten den Chip-Ausrüster erneut

Süss Microtec, ein führender Chip-Ausrüster, hat seine Prognosen zum zweiten Mal in nur zwei Monaten nach unten korrigiert und gibt verschärfte Ausfuhrkontrollen nach China als Hauptgrund an. Das Unternehmen teilte mit, dass Anlagen im Wert von 23,5 Millionen Euro für China beim Zoll festhingen und daher nicht rechtzeitig ausgeliefert werden konnten. Dies führte zu Verzögerungen und Umsatzeinbußen für das Unternehmen.
Die deutschen Zollbehörden haben seit August den Dokumentations- und Prüfungsaufwand für Lieferungen nach China erheblich erhöht, obwohl sich die rechtlichen Grundlagen nicht grundlegend geändert haben. Diese verstärkten Kontrollen haben Süss Microtec vor große Herausforderungen gestellt und dazu geführt, dass die Prognosen für das laufende Jahr in Frage gestellt werden.
Im besten Fall erwartet das Unternehmen einen Umsatz von 340 Millionen Euro, im schlechtesten Fall jedoch nur 300 Millionen Euro, verglichen mit 299,1 Millionen Euro im Vorjahr. Im dritten Quartal betrug der Umsatz 75 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung darstellt. Die operative Umsatzrendite für das Jahr 2023 wird voraussichtlich zwischen vier und acht Prozent liegen, was deutlich unter den ursprünglichen Erwartungen liegt. Die blockierten Exporte nach China, ein ungünstiger Produktmix und Verluste im Bereich Mikrooptik haben zu dieser Korrektur geführt.
Die Nachricht von den verminderten Prognosen hatte erhebliche Auswirkungen auf den Aktienkurs von Süss Microtec, der nach Bekanntgabe um elf Prozent auf 18,90 Euro fiel. Dies verdeutlicht die Sorgen der Anleger über die Situation des Unternehmens und die Auswirkungen der verschärften Ausfuhrkontrollen auf sein Geschäft.
