Stellenabbau bei Valeo
Autozulieferer verlagert Produktion nach Polen und bewahrt Forschung und Entwicklung vor Ort

Der französische Autozulieferer Valeo plant, seine Elektromotorenproduktion in Bad Neustadt an der Saale bis Mitte 2024 einzustellen. Dies soll im Zuge einer Verlagerung der Produktion nach Polen erfolgen, wie die Gewerkschaft IG Metall nach einer Betriebsversammlung mitteilte. Von den mehr als 500 Arbeitsplätzen vor Ort sollen lediglich 200 in der Forschung und Entwicklung erhalten bleiben.
Die Entscheidung von Valeo hat weitreichende Auswirkungen auf die Region, da es sich um ein ehemaliges Siemens-Werk handelt. Vor einem Jahr hatte der Münchner Konzern sein defizitäres Gemeinschaftsunternehmen Valeo Siemens eAutomotive vollständig an Valeo übertragen.
Gewerkschaftsvertreter, darunter Thomas Höhn, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall, reagierten empört auf die Ankündigung und kündigten an, sich gegen die Schließung und den Arbeitsplatzabbau zur Wehr zu setzen. Höhn betonte, dass sie die Entscheidung des Unternehmens nicht kampflos akzeptieren werden.
Die Verlagerung der Produktion ins Ausland ist ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen, denen sich die deutsche Autoindustrie gegenübersieht. Die steigenden Kosten und der Druck zur Elektrifizierung der Fahrzeuge zwingen Unternehmen dazu, ihre Produktionsstandorte zu überdenken und nach kostengünstigeren Alternativen zu suchen.
