Starbucks setzt auf Nachmittagsgeschäft für weiteres Kurspotenzial
CEO Brian Niccol will die schwachen Nachmittagsstunden beleben – und damit die Aktie nach fünf Jahren Stagnation beflügeln.

Starbucks erzielt mehr als die Hälfte seines jährlichen US-Filialumsatzes von rund 12 Milliarden Dollar bereits bis 11 Uhr vormittags. Die Morgenstunden zwischen 7:00 und 9:30 Uhr sind das Herzstück des Geschäftsmodells. Danach lässt die Kundenfrequenz deutlich nach – obwohl Filialen und Personal weiterhin voll in Betrieb sind.
Genau hier setzt CEO Brian Niccol an. Der als Sanierungsexperte bekannte Manager, der zuvor Chipotle Mexican Grill erfolgreich umstrukturierte, will die Nachmittagsstunden produktiver gestalten. Gelingt ihm das, würde dies nicht nur die Wirtschaftlichkeit einzelner Standorte verbessern, sondern könnte der seit fast fünf Jahren stagnierenden Aktie neuen Schwung verleihen.
Die ersten Zeichen sind ermutigend: Die Starbucks-Aktie legte in diesem Jahr bereits rund 14 Prozent zu. Das Unternehmen verzeichnete zuletzt das stärkste Wachstum auf vergleichbarer Fläche in den USA seit zwei Jahren – getrieben durch bessere operative Umsetzung und steigende Transaktionszahlen.
Ambitionierte Prognosen, hohe Bewertung
Auf seinem Investorentag Ende letzten Monats stellte Starbucks ein Umsatzwachstum von mindestens 5 Prozent bis zum Geschäftsjahr 2028 in Aussicht. Die Ziele klingen solide, doch die Messlatte liegt hoch. Anleger haben eine erfolgreiche Erholung bereits weitgehend eingepreist.
Mit dem rund 37-fachen der erwarteten Gewinne wird die Aktie deutlich teurer bewertet als Wettbewerber wie McDonald's oder Chipotle Mexican Grill. Für deutsche Anleger bedeutet das: Der Kurs lässt wenig Spielraum für Enttäuschungen. Niccol muss liefern – vor allem im Nachmittagsgeschäft.
