ANZEIGE

SpaceX: Wie Starlink durch versteckte Startsubventionen profitabler wirkt

Der SpaceX-Börsenprospekt enthüllt eine überraschende Buchungspraxis, die Starlinkss Gewinne künstlich aufwertet und das Raketengeschäft schlechter aussehen lässt.

•• 3 Min
SpaceX: Wie Starlink durch versteckte Startsubventionen profitabler wirkt

Der SpaceX-Börsenprospekt hat Investoren weltweit überrascht – nicht nur wegen der Offenbarung, dass Starlink die einzige profitable Sparte des Unternehmens ist, sondern auch wegen einer wenig beachteten Buchungspraxis, die das Bild erheblich verzerrt. Eine genaue Analyse zeigt: Das Raketengeschäft ist profitabler als es scheint, und die Starlink-Gewinne sind möglicherweise weniger nachhaltig als angenommen.

Im Jahr 2025 erzielte das „Connectivity"-Segment von SpaceX – also Starlink – einen operativen Gewinn von 4,4 Milliarden US-Dollar. Das „Space"-Segment hingegen, das die Raketenstarts umfasst, rutschte von einem Gewinn von 21 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 in einen operativen Verlust von 657 Millionen US-Dollar ab. Auf den ersten Blick klingt das nach einem klaren Bild: Starlink boomt, Raketen schwächeln. Doch der Schein trügt.

Die versteckte Subvention im Prospekt

Der Schlüssel liegt in der Art, wie SpaceX interne Starts verbucht. Wenn SpaceX eine Falcon-9-Rakete startet, um Starlink-Satelliten in den Orbit zu bringen, stellt das Space-Segment dem Connectivity-Segment dafür keine Rechnung aus. Stattdessen werden die Startkosten direkt als Teil der Herstellungskosten des Satelliten aktiviert und anschließend über die fünfjährige Lebensdauer des Satelliten abgeschrieben. Das Space-Segment verbucht für diese Starts keinerlei Umsatz.

SpaceX beschreibt dies im Prospekt selbst so: „Für Starts unserer Starlink-Satelliten weist das Unternehmen keine segmentübergreifenden Umsatzerlöse aus; stattdessen werden diese Startkosten in den Satelliten unter Sachanlagen (netto) aktiviert." Der Umsatz des Space-Segments spiegele lediglich externe Kundenstarts wider.

Von den 170 Raketenstarts, die das Space-Segment im Jahr 2025 durchführte, waren 122 Starlink-Missionen und fünf Starship-Testflüge. Tatsächlich in Rechnung gestellt wurden lediglich 43 Starts. Das bedeutet: Der ausgewiesene Umsatz von 4,4 Milliarden US-Dollar im Space-Segment verteilt sich rechnerisch nur auf diese 43 bezahlten Starts – was einem durchschnittlichen Startpreis von rund 102 Millionen US-Dollar entspricht. Würde SpaceX alle 170 Starts zu diesem Preis abrechnen, läge der jährliche Umsatz des Space-Segments bei rund 17,3 Milliarden US-Dollar statt bei 4,4 Milliarden.

Was das für die Starlink-Profitabilität bedeutet

Die Kehrseite dieser Buchungspraxis betrifft Starlink direkt. Kurzfristig steigert die Aktivierung der Startkosten die ausgewiesene Profitabilität des Connectivity-Segments, weil die Kosten nicht sofort als Aufwand erfasst, sondern über Jahre verteilt werden. Mit wachsender Satellitenkonstellation und zunehmendem Abschreibungsvolumen wird dieser Effekt jedoch die Gewinne des Connectivity-Segments zunehmend belasten.

Die Gewinne von Starlink sind damit nicht „gefälscht" im eigentlichen Sinne, sondern zeitlich vorgezogen. Langfristig orientierte Investoren sollten diese Dynamik im Blick behalten, denn die aufgeschobenen Kosten werden früher oder später in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung auftauchen.

Einordnung im Telekommunikationsvergleich

SpaceX selbst positioniert sich mit diesem Ansatz als eine Art Telekommunikationsunternehmen – und das ist nicht unlogisch. Klassische Telcos wie Verizon, AT&T oder Comcast bauen ebenfalls langlebige Infrastruktur auf, die über Jahre abgeschrieben wird. Laut Daten von S&P Global Market Intelligence erzielen AT&T eine operative Marge von rund 15 Prozent und Verizon von rund 23 Prozent. SpaceX weist im Connectivity-Segment derzeit eine operative Marge von 38,6 Prozent aus – ein Wert, der langfristig kaum zu halten sein dürfte, aber dennoch auf ein wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell hindeutet.

Für Investoren, die SpaceX-Aktien nicht nur kurzfristig handeln, sondern als langfristige Beteiligung halten wollen, ist die zentrale Erkenntnis aus dem Prospekt klar: Der wichtigste Dienst, den das Raketengeschäft Starlink erweist, ist nicht nur das Aussetzen der Satelliten in den Orbit – es ist das Aufschieben der Rechnung.

SpacexStarlinkBörsenprospektProfitabilitätRaketengeschäftSatellitenstartsConnectivity-SegmentInvestoren

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.