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SpaceX übernimmt KI-Coding-Startup Cursor für 60 Milliarden Dollar

SpaceX kauft Anysphere, den Entwickler des KI-Programmierassistenten Cursor, in einer reinen Aktientransaktion und stärkt damit seine KI-Offensive.

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SpaceX übernimmt KI-Coding-Startup Cursor für 60 Milliarden Dollar

SpaceX übernimmt Anysphere, das Unternehmen hinter dem populären KI-Coding-Agenten Cursor, für 60 Milliarden US-Dollar. Die Transaktion erfolgt vollständig in Aktien und wurde am Dienstag, dem 16. Juni, offiziell bekannt gegeben. Mit dem Kauf will SpaceX seine Präsenz im wachsenden Markt für KI-Tools für Unternehmen ausbauen.

Die Übernahme fällt in eine besonders dynamische Phase für SpaceX: Nur wenige Tage zuvor hatte Elon Musks Unternehmen sein Börsendebüt an der Nasdaq gefeiert und wurde dabei mit mehr als 2 Billionen US-Dollar bewertet. Der Kauf von Cursor passt zur übergeordneten Strategie des Konzerns, der Investoren einen adressierbaren Gesamtmarkt von 28,5 Billionen US-Dollar präsentiert hatte – die KI-Offensive gilt dabei als entscheidende Komponente.

Relevant ist die Transaktion auch für xAI, den Entwickler des Grok-Chatbots, mit dem SpaceX im Februar fusionierte. Durch die Cursor-Übernahme könnte xAI eine deutlich stärkere Stellung im Bereich KI-gestütztes Programmieren erlangen – einem Segment, in dem Unternehmen KI bereits erfolgreich in echte Umsätze mit Geschäftskunden umgewandelt haben.

Cursor: Schnelles Wachstum und prominente Investoren

Cursor wurde 2022 gegründet und zählt zu den bekanntesten KI-Coding-Tools im Silicon Valley. Das Startup hat zahlreiche Entwickler angezogen, indem es Programmieraufgaben mithilfe von KI weitgehend automatisiert. Damit ist Cursor zu einem ernsthaften Konkurrenten für die aktuellen Marktführer Anthropic und OpenAI geworden.

Das Wachstum des Unternehmens verlief rasant: Laut Unternehmensdaten, die Reuters Anfang Juni vorlagen, beläuft sich der annualisierte B2B-Umsatz auf rund 2,6 Milliarden US-Dollar, wobei die Verkäufe an Unternehmenskunden stark steigen. Zu den Unterstützern zählen prominente Risikokapitalgeber wie Andreessen Horowitz und Thrive sowie Technologiegiganten wie Nvidia und die Google-Mutter Alphabet. Berichten zufolge hatte Cursor Anfang des Jahres Gespräche über eine Finanzierungsrunde geführt, die das Unternehmen mit 50 Milliarden US-Dollar bewertet hätte.

Trotz des starken Wachstums hatte Cursor selbst eingeräumt, dass der fehlende Zugang zu ausreichender Rechenleistung das weitere Wachstum behindert habe. Genau hier könnte SpaceX mit seinen Rechenzentrumskapazitäten Abhilfe schaffen.

Transaktion mit langer Vorgeschichte

SpaceX hatte Cursor bereits seit Monaten im Visier. Im April wurde eine Option vorgestellt, das in San Francisco ansässige Unternehmen entweder im Laufe des Jahres für 60 Milliarden Dollar zu erwerben oder alternativ 10 Milliarden Dollar für eine Partnerschaft zu zahlen. Nun fiel die Entscheidung für die vollständige Übernahme.

Laut der offiziellen Börsenmitteilung wird Cursor ausschließlich in Aktien bezahlt; Erlöse aus dem SpaceX-Börsengang fließen nicht in die Transaktion. Der Abschluss des Deals wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Für den Fall, dass das Geschäft unter bestimmten Umständen scheitert, hat SpaceX eine Auflösungsgebühr von 10 Milliarden Dollar vereinbart. Sollte die Transaktion aufgrund kartellrechtlicher Probleme nicht zustande kommen, ist eine gesonderte „regulatorische" Auflösungsgebühr von 4 Milliarden Dollar vorgesehen.

Kursreaktion und Marktkapitalisierung

Die Märkte reagierten positiv auf die Nachricht: Die SpaceX-Aktie stieg im vorbörslichen Handel um knapp 10 Prozent. Zum Zeitpunkt der Meldung notierte das Papier bei 211,27 US-Dollar – ein Anstieg von mehr als 56 Prozent gegenüber dem IPO-Preis von 135 US-Dollar. Sollten die Kursgewinne anhalten, würde SpaceX Amazon beim Marktwert überholen und zum fünftgrößten börsennotierten Unternehmen der Welt aufsteigen.

Offen bleibt vorerst, ob die Übernahme die bestehenden Rechenzentrumsverträge von SpaceX beeinflusst. Das Unternehmen hatte zuletzt Vereinbarungen mit Anthropic und Google abgeschlossen, um Cloud-Computing-Kapazitäten im Wert von insgesamt rund 26 Milliarden US-Dollar auf Jahresbasis zu leasen. Beide Verträge enthalten 90-tägige Kündigungsklauseln, die SpaceX bei Bedarf eine schnelle Rückforderung der Rechenkapazitäten ermöglichen würden.

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