SpaceX-Gewinne ganz im Zeichen der KI: Zahlen zum dritten Quartal
SpaceX legt am Dienstag Zahlen für das dritte Quartal vor – Analysten erwarten wieder einen Gewinn, im Fokus steht das KI-Geschäft.

SpaceX wird am Dienstag seine Ergebnisse für das dritte Quartal veröffentlichen. Im Mittelpunkt dürfte dabei die künstliche Intelligenz (KI) stehen. Aus finanzieller Sicht wird das Raumfahrtunternehmen voraussichtlich wieder profitabel sein.
Laut Daten von FactSet wird SpaceX (SPCX) einen Gewinn je Aktie von 13 Cent ausweisen. Im Juni-Quartal hatte das Unternehmen noch einen Verlust von neun Cent je Aktie verbucht. Der Umsatz dürfte bei 12,8 Milliarden Dollar gelegen haben, was einem Anstieg von 64 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Ein wichtiger Treiber dieses Wachstums ist die Vermietung von Rechenkapazität. Dieses Geschäft sorgt für steigende Erlöse, ist aber auch mit hohen Kosten verbunden. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, ob die KI-Strategie von SpaceX die Erwartungen der Anleger erfüllen kann.
Die Details
Die Zahlen für das dritte Quartal werden am Dienstag veröffentlicht. Die Prognose von FactSet sieht einen Gewinn je Aktie von 13 Cent vor – nach einem Verlust von neun Cent je Aktie im Juni-Quartal. Der erwartete Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar entspricht einem Plus von 64 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Im Zentrum des Interesses steht die Vermietung von Rechenkapazität. SpaceX hat sich damit zu einem bedeutenden Anbieter in einem Markt entwickelt, der als einer der gefragtesten der Gegenwart gilt. Wettbewerber suchen Zugang zu Rechenleistung – einer Schlüsselressource, die KI-Unternehmen zur Entwicklung ihrer Modelle benötigen. Dieses Geschäft eröffnet SpaceX eine lukrative Chance, ist aber mit erheblichen Investitionen verbunden.
Für Anleger ist die Botschaft damit zwiespältig: Das KI-Geschäft verspricht Wachstum, belastet aber die Kostenstruktur. Wie sich beides in der Bilanz niederschlägt, zeigt sich in den am Dienstag vorgelegten Zahlen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 21.05.2026 berichtete aktien.news, dass SpaceX seinen Börsenprospekt eingereicht und damit erstmals detaillierte Einblicke in die Finanzen gewährt hatte. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 4,69 Milliarden Dollar einen operativen Gesamtverlust von 1,94 Milliarden Dollar. Haupttreiber der Verluste war die KI-Sparte, die Verluste von 2,47 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von lediglich 818 Millionen Dollar verbuchte. Ursache war vor allem die Übernahme von Musks KI-Unternehmen xAI im Februar, die allein 76 Prozent der gesamten Investitionen ausmachte.
Am 15.09.2026 meldete aktien.news, dass SpaceX 15,8 Milliarden Dollar auf KI setzt und orbitale Rechenzentren als Trumpf positioniert. Im zweiten Quartal beliefen sich die gesamten Kapitalausgaben (Capex) auf rund 18,4 Milliarden Dollar. Davon entfielen 15,8 Milliarden Dollar auf das KI-Geschäft. Für Starlink wurden 1,4 Milliarden Dollar aufgewendet.
Am 23.09.2026 berichtete aktien.news über die ersten 100 Börsentage von SpaceX. Die Aktie erlebte seit dem Börsengang am 12. Juni eine extreme Achterbahnfahrt. Mit einem Schlusskurs von 154,72 US-Dollar am 22. September notierte sie nahezu auf dem Niveau des Ausgabepreises von 150 US-Dollar. Dazwischen lag ein Kurssturz von mehr als 50 Prozent vom Höchst- zum Tiefststand im Juli, gefolgt von einer Erholung.
Am 29.09.2026 schließlich berichtete aktien.news, dass Analysten die KI-Rechenleistung als nächsten großen Wachstumsmotor sehen. Nach Einschätzung eines neuen Teams optimistischer Analysten liegt der nächste große Wachstumsmotor nicht im Raketengeschäft, sondern in der KI-Rechenleistung. Im Zentrum steht der Verkauf von Zugängen zu den eigenen Rechenzentren.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die in SpaceX investiert sind oder ein Investment erwägen, stehen mehrere Punkte im Vordergrund. Erstens: Das Unternehmen kehrt voraussichtlich in die Gewinnzone zurück. Der erwartete Gewinn je Aktie von 13 Cent nach einem Verlust von neun Cent im Vorquartal markiert eine Trendwende auf dem Papier.
Zweitens: Das Wachstum ist eng an das KI-Geschäft gekoppelt. Die Vermietung von Rechenkapazität ist ein wichtiger Umsatzmotor, aber auch ein Kostentreiber. Anleger sollten daher nicht nur auf die Umsatzsteigerung von 64 Prozent schauen, sondern auch auf die Kostenentwicklung.
Drittens: Die jüngere Geschichte der Aktie zeigt hohe Schwankungen. Zwischen Börsengang und dem 22. September lag ein Kurssturz von mehr als 50 Prozent vom Höchst- zum Tiefststand im Juli, gefolgt von einer Erholung. Wer investiert ist, muss mit solchen Ausschlägen rechnen.
Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Die Zahlen vom Dienstag liefern jedoch die Grundlage, um die KI-Strategie des Unternehmens neu zu bewerten.
Ausblick
Der nächste konkrete Termin ist die Veröffentlichung der Quartalszahlen am Dienstag. Dann wird sich zeigen, ob SpaceX die Erwartungen von FactSet erfüllt – ein Gewinn je Aktie von 13 Cent und ein Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar.
Darüber hinaus bleibt die KI-Rechenleistung nach Einschätzung der Analysten der zentrale Wachstumsmotor. Im Mittelpunkt stehen dabei die orbitalen Rechenzentren, die als potenziell revolutionärer Leistungstreiber gelten. Wie sich das Geschäft mit der Vermietung von Rechenkapazität weiterentwickelt, dürfte damit auch künftig die Richtung der Aktie bestimmen.
Kurz erklärt
- Gewinn je Aktie: Der auf eine einzelne Aktie entfallende Gewinn eines Unternehmens in einem bestimmten Zeitraum.
- Capex: Die Investitionen eines Unternehmens in langfristige Vermögenswerte wie Anlagen und Ausrüstung.
- Rechenzentrum: Eine Einrichtung, in der Server und Speichersysteme für die Datenverarbeitung betrieben werden.
