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SpaceX-Frequenzkauf vernichtet 62 Milliarden Dollar bei US-Telekommunikationsriesen

Starlink-Mutterkonzern SpaceX kauft Low-Band-Frequenzen und erschüttert damit den gesamten US-Mobilfunkmarkt massiv.

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SpaceX-Frequenzkauf vernichtet 62 Milliarden Dollar bei US-Telekommunikationsriesen

SpaceX hat mit dem Kauf eines Portfolios an Low-Band-Frequenzlizenzen einen Paukenschlag im US-Mobilfunkmarkt gesetzt. Die Ankündigung ließ den kombinierten Börsenwert der größten amerikanischen Telekommunikationsunternehmen um rund 62 Milliarden US-Dollar einbrechen. Das Unternehmen von Elon Musk erwirbt Lizenzen für bis zu 14 Megahertz gepaarter Frequenzen im 800-MHz-Band – ein entscheidender Schritt hin zu einem eigenen Starlink-Mobilfunkdienst für US-Endkunden.

Der Ausverkauf der Telekommunikationsaktien beschleunigte sich am Freitagnachmittag nach der Bekanntgabe. Verizon Communications, der größte Mobilfunkanbieter der USA nach Kundenzahl, schloss 8,7 Prozent im Minus. AT&T verlor 9,8 Prozent, während T-Mobile US mit einem Einbruch von 13,3 Prozent am härtesten getroffen wurde. Die Märkte reagierten damit auf die Aussicht, dass SpaceX künftig als direkter Wettbewerber im lukrativen US-Mobilfunkmarkt auftreten könnte.

SpaceX-Chef Elon Musk kommentierte die Transaktion auf seiner Plattform X knapp, aber eindeutig: „Eine sehr große Sache." Die Aktien von SpaceX selbst schlossen am Freitag 1,2 Prozent höher, was die Bewertung des Unternehmens um 27 Milliarden US-Dollar steigerte – nachdem sie zwischenzeitlich sogar um bis zu 3,6 Prozent zugelegt hatten.

Infrastrukturbetreiber profitieren vom SpaceX-Einstieg

Während die klassischen Mobilfunkanbieter unter Druck gerieten, profitierten Betreiber von Mobilfunkinfrastruktur deutlich von der Nachricht. Crown Castle legte um 15,6 Prozent zu, American Tower gewann 9,3 Prozent und SBA Communications stieg um 7,3 Prozent. Investoren spekulieren offenbar darauf, dass SpaceX beim Aufbau eines terrestrischen Netzes auf bestehende Infrastruktur angewiesen sein wird.

Der Einstieg in Endkundenverträge wäre eine der bedeutendsten kommerziellen Expansionen von SpaceX seit dem Start von Starlink. Der Satellitendienst versorgt mittlerweile Nutzer in mehr als 160 Ländern mit Hochgeschwindigkeits-Internetverbindungen. Bislang hat SpaceX in den USA lediglich begrenztere Direct-to-Consumer-Dienste angeboten und Telekommunikationsanbietern wie T-Mobile Zugang zu seinen Satelliten gewährt, um deren Netzabdeckung in ländlichen Gebieten zu erweitern.

Bereits im vergangenen Jahr hatte SpaceX den Grundstein für eine US-Expansion gelegt: Das Unternehmen vereinbarte, 17 Milliarden US-Dollar für den Kauf von Mobilfunkfrequenzlizenzen vom angeschlagenen Betreiber EchoStar zu zahlen. Im Vorfeld eines geplanten Börsengangs hatten SpaceX-Führungskräfte gegenüber Investoren zudem erklärt, dass das Unternehmen die Einführung eines Starlink-Endkundenprodukts in Erwägung ziehe.

Low-Band-Spektrum als Schlüssel zur Gebäudeabdeckung

Das neu erworbene Low-Band-Spektrum im 800-MHz-Band spielt eine strategisch wichtige Rolle. Es soll laut SpaceX eine „Abdeckungsschicht" bieten, die es Starlink-Mobilfunksignalen ermöglicht, Hindernisse wie Wände zu durchdringen – und damit die Nutzung auch innerhalb von Gebäuden zu ermöglichen. Dies ist ein entscheidender Vorteil gegenüber reinen Satellitendiensten, die in Innenräumen oft an ihre Grenzen stoßen.

SpaceX erklärte, nach der endgültigen Genehmigung durch die US-Regulierungsbehörde FCC (Federal Communications Commission) seine Satellit-zu-Mobilfunk-Dienste mit einem terrestrischen Netzwerk kombinieren zu wollen, das „Geräte überall verbinden" könne. Die FCC muss die Frequenzlizenzen noch abschließend genehmigen.

Die Analysten von Bernstein ordneten die Transaktion nüchtern ein: „Der Kauf von Frequenzen ist keine Verpflichtung zum Aufbau eines landesweiten Netzes. Aber dies ist das Spektrum, von dem wir dachten, dass SpaceX es benötigt, um diese Option glaubwürdiger – und kostengünstiger – zu machen." Für den US-Mobilfunkmarkt und seine etablierten Akteure bleibt die Entwicklung dennoch ein klares Warnsignal: SpaceX positioniert sich als ernstzunehmender Herausforderer.

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