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S&P 500 und Nasdaq steigen nach überraschendem US-Jobabbau

Schwacher Arbeitsmarktbericht für Juli dämpft Zinserhöhungserwartungen und beflügelt die US-Aktienmärkte zur Wocheneröffnung.

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S&P 500 und Nasdaq steigen nach überraschendem US-Jobabbau

Der S&P 500 und der Nasdaq haben am Freitag fester eröffnet, nachdem neue Arbeitsmarktdaten die Märkte überraschten. Die US-Wirtschaft baute im Juli netto 23.000 Stellen ab – ein unerwarteter Rückgang, der die Spekulationen über eine baldige Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve deutlich abkühlte.

Der S&P 500 legte zur Eröffnung um 25,2 Punkte oder 0,33 Prozent auf 7.735,18 Zähler zu. Der technologielastige Nasdaq Composite gewann sogar 186,3 Punkte oder 0,71 Prozent und kletterte auf 26.534,66 Punkte. Lediglich der Dow Jones Industrial Average zeigte sich schwächer und fiel um 35,8 Punkte oder 0,07 Prozent auf 53.849,26 Punkte.

Schwacher Jobmarkt nährt Hoffnung auf Zinspause

Der überraschende Stellenabbau im Juli ist für Anleger ein wichtiges Signal. Ein schwächerer Arbeitsmarkt verringert den Lohndruck und damit auch das Inflationsrisiko – beides Faktoren, die die Federal Reserve bei ihren Zinsentscheidungen berücksichtigt. Weniger Inflationsdruck bedeutet, dass die Notenbank weniger Anlass hat, die Leitzinsen weiter anzuheben oder auf einem hohen Niveau zu belassen.

Für deutsche Anleger ist dieser Zusammenhang besonders relevant: Die Zinspolitik der Fed beeinflusst nicht nur die Wall Street, sondern wirkt sich über Kapitalströme und Wechselkurse auch auf europäische Märkte und den Euro aus. Ein weniger aggressiver Kurs der Fed kann den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) verringern und globale Risikobereitschaft fördern.

Nasdaq profitiert besonders von sinkenden Zinserwartungen

Technologieaktien, die im Nasdaq stark vertreten sind, reagieren traditionell besonders sensibel auf Zinserwartungen. Höhere Zinsen belasten Wachstumsunternehmen überproportional, da ihre Bewertungen stark auf zukünftigen Gewinnen basieren, die bei steigenden Zinsen stärker abgezinst werden. Der deutlichere Anstieg des Nasdaq im Vergleich zum S&P 500 spiegelt genau diesen Mechanismus wider.

Analysten von JPMorgan hatten im Vorfeld des Berichts gewarnt, dass ein solider Arbeitsmarktbericht – also starke Beschäftigungszahlen – einen Abverkauf an den Aktienmärkten hätte auslösen können. Das tatsächliche Ergebnis fiel jedoch in die entgegengesetzte Richtung aus und sorgte für Erleichterung unter den Investoren.

Der Arbeitsmarktbericht, auch bekannt als Non-Farm Payrolls (NFP), gilt als einer der wichtigsten Konjunkturindikatoren der USA. Er wird monatlich vom US-Arbeitsministerium veröffentlicht und zeigt die Veränderung der Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft. Märkte weltweit richten sich regelmäßig nach diesem Datenpunkt aus, da er als verlässlicher Indikator für die wirtschaftliche Gesundheit der größten Volkswirtschaft der Welt gilt.

Neben dem Arbeitsmarktbericht beschäftigte auch ein Huthi-Angriff auf Saudi-Arabien die Märkte. Geopolitische Ereignisse im Nahen Osten können insbesondere die Ölpreise beeinflussen und damit indirekt auf die Inflationsentwicklung einwirken – ein weiterer Faktor, den die Fed bei ihrer Zinspolitik im Blick behält.

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