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S&P 500 steuert auf Rekordschlussstand – Corning glänzt

Schwache US-Jobdaten beflügeln Aktien und senken Zinserhöhungserwartungen – der S&P 500 verbucht einen Wochengewinn von rund 3,5 Prozent.

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S&P 500 steuert auf Rekordschlussstand – Corning glänzt

Der US-Aktienmarkt zeigte sich am Freitag in starker Verfassung. Der S&P 500 steuerte dank eines Wochengewinns von rund 3,5 Prozent auf einen neuen Rekordschlussstand zu. Für Corning war es dabei nicht nur eine starke Woche, sondern auch ein bedeutender Einzelhandelstag.

Der Nasdaq Composite hinkte dem Gesamtmarkt jedoch noch etwas hinterher. Er notierte weiterhin rund 1,5 Prozent unter seinem Rekordschlussstand vom 2. Juni und hat damit noch Aufholpotenzial gegenüber dem breiten Markt.

Schwache Jobdaten als Kurstreiber

Der Handelstag stand ganz im Zeichen des Mottos „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten". Das U.S. Bureau of Labor Statistics meldete, dass die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft im Juli um 23.000 gesunken ist. Dies war der erste monatliche Stellenrückgang seit Februar – ein deutliches Signal einer Abkühlung am Arbeitsmarkt.

Der Rückgang fiel im Vergleich zu den Erwartungen besonders stark aus. Der Dow-Jones-Konsens hatte einen Zuwachs von 83.000 Stellen prognostiziert. Die tatsächlichen Zahlen verfehlten diese Prognose damit erheblich. Zusätzlich wurden die Beschäftigungsdaten der beiden Vormonate um insgesamt 103.000 Stellen nach unten revidiert.

Analysten wiesen darauf hin, dass die Julizahlen möglicherweise durch die FIFA-Weltmeisterschaft verzerrt wurden. Da das Turnier von Mitte Juni bis Mitte Juli stattfand, könnten damit verbundene Beschäftigungseffekte die Statistik beeinflusst haben. Dennoch bleibt die Abweichung vom Konsens bemerkenswert groß.

Zinspolitik rückt in den Fokus

Grundsätzlich gilt ein starker Arbeitsmarkt als positives Signal für die Wirtschaft. Im aktuellen Zinsumfeld jedoch interpretierten Anleger die schwachen Daten als Hinweis darauf, dass die US-Notenbank Federal Reserve weniger Spielraum für weitere Zinserhöhungen hat. Die Erholung bei den Aktien ging entsprechend mit einem leichten Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen einher.

Laut dem CME FedWatch-Tool verschoben sich die Wahrscheinlichkeiten für die Fed-Sitzung im September spürbar. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen bei ihrer Septembersitzung unverändert lässt, stieg merklich an. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die Zinspolitik der Fed maßgeblich die globalen Kapitalmärkte beeinflusst – und damit auch europäische Aktien und Anleihen.

Die Entwicklung zeigt einmal mehr, wie sensibel die Märkte auf Arbeitsmarktdaten reagieren. In einem Umfeld, in dem Investoren jedes Datenpunkt auf seine geldpolitischen Implikationen hin abklopfen, können schwache Beschäftigungszahlen paradoxerweise als Kaufsignal wirken. Ob dieser Trend anhält, wird maßgeblich von den kommenden Wirtschaftsdaten und der Kommunikation der Fed abhängen.

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